ESP ist für Autoverkäufer kein Thema

Dieses Ergebnis erhielt der ADAC in seinem EuroTest »ESP im Autohandel«. Knapp die Hälfte der untersuchten Autohändler in Deutschland bieten lieber andere Extras an. Sie weisen den Kunden nicht auf die lebensrettende Funktion hin.

Immerhin schnitt Deutschland im Vergleich mit den anderen europäischen Ländern am besten ab. Praktisch keine Rolle spielt ESP bei den untersuchten Händlern in Österreich, Frankreich, Italien und Spanien.     

Am dürftigsten fanden die Testkäufer das Beratungs- und Verkaufsgespräch bei Honda, Volkswagen, Renault, Toyota und Ford. Am besten wurden die Tester in Deutschland bei Fiat und Peugeot beraten. 70 Prozent der Händler haben den Test mit Noten von sehr gut bis ausreichend bestanden. Europaweit lag die Quote bei 43 Prozent.

Irritierend sind auch die extremen Preisdifferenzen für die Sicherheitsfunktion in Europa: So kostet ESP für den Fiat Punto in Italien 200 Euro, in den Niederlanden 695 und in Deutschland 500 Euro.         

Beim EuroTest »ESP im Autohandel« führte der ADAC 500 Verkaufsgespräche in 50 europäischen Städten bei Händlern von 10 verschiedenen Automarken. Die Testkäufer prüften neben der Verkaufsförderung und Empfehlung von ESP auch Kenntnisse technischer Details und allgemeines Wissen zu Sicherheit und eSafety-Systemen.      

ESP kann Leben retten, denn 40 Prozent aller tödlich verlaufenden Unfälle werden durch Schleudern ausgelöst. Europaweit ist derzeit weniger als die Hälfte aller Autos mit ESP ausgestattet, in Deutschland sind es immerhin 77 Prozent. Die Europäische Kommission hat eine Verordnung vorgelegt, nach der bis 2012 alle neuen Fahrzeugmodelle über ESP verfügen sollen. Bis es so weit ist, sollten Autohändler im Verkaufsgespräch die Sicherheitsausstattung nicht totschweigen.