Erstes Brennstoffzellen-betriebenes Kommunalfahrzeug

Gemeinsam mit zahlreichen Partnern hat Proton Motor das weltweit erste Kommunalfahrzeug mit Brennstoffzellenantrieb an das Tiefbauamt Basel ausgeliefert, das als erster Betreiber den Alltagsbetrieb ab August 2009 in der Schweizer Metropole erprobt.

Das Farzeug hat Proton Motor gemeinsam mit dem Schweizer Partnerkonsortium »hydrogen-driven municipal vehicle« (hy.muve) entwickelt und soll in den kommenden 18 Monaten in mehreren Schweizer Städten einem ausführlichen Praxistests unterzogen werden. Das für den kommunalen Einsatz konzipierte Kompaktkehrfahrzeug wurde mit Mitteln aus der Schweiz gefördert und ist das Ergebnis einer Kooperation zwischen Proton Motor, Bucher Schörling, der Schweizer Materialprüfungs- und Forschungsanstalt Empa, Messer Schweiz, Brusa Elektronik und dem Paul Scherrer Institut (PSI). Bei dem Projekt war Buchner Schörling für das Fahrzeug und die Systemintegration verantwortlich, Proton lieferte den Brennstoffzellenantrieb, die Projektleitung übernahm Empa, die auch den elektrischen Antrieb konzipiert hat.

Das Basisfahrzeug ist eine Kompaktkehrmaschine von Bucher Schörling mit 3,78 m Länge und 1,28 m Breite sowie 4,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht. Die Nennleistung der Brennstoffzelle liegt bei 20 kW (27 PS). Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 40 km/h, die Betriebsdauer beträgt mehr als sieben Stunden pro Tankfüllung. Die Kehrmaschine wird mit 6,5 kg gasförmigem Wasserstoff bei 350 bar betankt - dieser Vorgang dauert weniger als 10 Minuten. Die Wasserstoffspeicherung erfolgt in Druckgasflaschen, die hinter der Fahrerkabine untergebracht sind.

Für das Antriebskonzept wurden der konventionelle Dieselmotor durch ein Brennstoffzellen-/Batteriesystem und der hydraulische Fahrantrieb sowie die Arbeitshydraulik durch elektrische Antriebe ersetzt. Der Hybrid-Brennstoffzellenantrieb von »hy.muve« ist eine Kombination aus einer Brennstoffzelle und einer Lithium-Polymer-Batterie. Herzstück ist das 20-kW-Brennstoffzellensystem PM Basic A 20 von Proton Motor. Mit Hilfe der Hybridtechnologie lässt sich eine Energieeinsparung von über 50 Prozent gegenüber einem konventionellen Dieselantrieb realisieren.

Da Kommunalfahrzeuge typischerweise als »Back-to-base«-Anwendungen betrieben werden, braucht es dafür nur eine einzige lokale Wasserstofftankstelle. Zudem ist der Betrieb komplett emissionsfrei, was vor allem in sensiblen Bereichen wie Fußgängerzonen oder in geschlossenen Räumen, wie zum Beispiel Bahnhöfen oder Messehallen von Vorteil ist. Ziel des gemeinsamen »hy.muve«-Projektes ist es, die Brennstoffzellentechnologie vom Labor auf die Strasse zu bringen – deswegen soll während der 18-monatigen Praxiserprobung in der Schweiz das Betriebs- und Alterungsverhalten unter Alltagsbedingungen getestet werden.