Erster Turbolader für Otto-Motoren

Nach drei Jahren Entwicklungszeit hat Continentals Division Powertrain ihr erstes Turboladersystem für Verbrennungsmotoren zur Marktreife gebracht. Ein erster Großauftrag dafür liegt vor – die Produktion startet im Jahr 2011.

Der neue Lader kommt in einem Otto-Motor einer europäischen Fahrzeugplattform zum Einsatz, um die Kohlendioxidziele zu erreichen und den Verbrauch von Kraftfahrzeugen zu senken. Die Entwicklungsingenieure von OEMs und Tier-1-Zulieferern setzen deshalb neben Leichtbau, Hybridantrieb oder optimierten Einspritzsystemen auch auf das »Downsizing« von Verbrennungsmotoren.

Während Dieselmotoren schon seit Jahren per Turbo aufgeladen werden, arbeiten Otto-Motoren bislang überwiegend nach dem Saugprinzip. Dabei nutzt der Turbolader im Gegensatz zum mechanischen Verdichter die Abgasenergie des Motors. So lassen sich aus kleineren Hubräumen höhere Leistungen erzielen – bei gleichzeitig sinkendem Verbrauch.

Continental entwickelte den Turbolader in knapp drei Jahren an den beiden Standorten Grünstadt/Rheinland-Pfalz und Regensburg/Bayern. Die 38 mm messende Turbine rotiert mit etwa 240.000 U/min im bis zu 1050 °C heißen Abgasstrom - das entspricht 4000 Umdrehungen pro Sekunde. Um bei hoher Motorleistung eine zu starke Erhöhung des Ladedrucks zu verhindern, ist der Lader mit einem »Wastegate« ausgestattet. Dieses auch als »Bypass« bekannte Ventil leitet Abgase an der Turbine vorbei, wenn aufgrund hoher Motorleistung die Laderturbine über Gebühr angetrieben und damit die Laderdrehzahl und der Ladedruck zu hoch ansteigen würden.