Erster Mikrocontroller für FlexRay besteht Konformitätstest

Mit dem V850E/PHO3 hat NEC den ersten Mikrocontroller für Chassis-Applikationen im Automobilbereich vorgestellt, der einen FlexRay-Kommunikationscontroller integriert hat.

Mit dem V850E/PHO3 hat NEC den ersten Mikrocontroller für Chassis-Applikationen im Automobilbereich vorgestellt, der einen FlexRay-Kommunikationscontroller integriert hat.

Bereits im März 2007 hat NEC Electronic (www.eu.necel.com) mit dem V850E/PHO3 den ersten Mikrocontroller überhaupt vorgestellt, der den FlexRay-Konformitätstest bestanden hat. Dabei wurden entsprechend der aktuellen FlexRay-Spezifikation 2.1. anhand von 275 Testdatensätzen die einzelnen Funktionen überprüft. Der Test ist für alle Mikrocontroller zwingend erforderlich, die in einem FlexRay-Cluster in der Serienfertigung von Kraftfahrzeugen zum Einsatz kommen sollen.

Chassis-Applikationen gelten bezüglich der Sicherheitsanforderungen als besonders anspruchsvoll. Viele Anwendungen in diesem Bereich werden als SIL3 (IEC 61508) bzw. ASILC bis ASILD (ISO 26262) eingestuft. Der V850E/PHO3 unterstützt das Design von SIL3-konformen ECUs mit integrierter Sicherheitsdiagnostik wie z.B. ECC on Flash, ECC on RAM, Hardware CRC, redundante Peripherie-Elemente wie z.B. zwei unabhängige ADCs, Core-Selbsttest-Software und eine FPU. Ein weiteres Einsatzgebiet sind Chassis-Anwendungen mit bürstenlosen DC-Motoren wie z.B. elektronische Servolenkung, elektronische Bremse oder Dämpfung und andere kraftfahrzeugstabilisierende Applikationen.

Abwärtskompatibilität ermöglicht skalierbares Mikrocontrollerkonzept

Die Peripherie des V850E/PHO3 ist zu der des Vorgängermodells V850E/ PHO2 kompatibel, wodurch ein einfaches Upgrade ermöglicht wird. Der neue Baustein basiert auf dem bekannten V850E-CPU-Core mit integrierter FPU und kann bis 128 MHz getaktet werden. Er enthält weiterhin 1 Mbyte Flash-Speicher, 32 Kbyte Daten-Flash und 60 Kbyte RAM. Neben dem FlexRay-Kommunikationscontroller sind eine 32-bit-non-mux-Schnittstelle, zwei CAN-, drei LIN-UART- und vier CSI-Schnittstellen vorhanden, so dass auch komplexe Netzwerk-Architekturen realisiert werden können. Zwei ADCs, 14 unabhängige Mehrkanal-PWM-Timer und zwei Echtzeit-Takte ermöglichen die Steuerung von bis zu zwei bürstenlosen Dreiphasen-DC-Motoren. Die CPU-Belastung wird dabei durch einen DMA-Controller reduziert.

Muster des V850/PHO3 sind jetzt verfügbar. Der Start der Massenproduktion ist für Anfang 2008 vorgesehen. Aussagen bezüglich des Preises liegen zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht vor. Der V850E/PHO3 wird in einem 357-ball-BGA-Package ausgeliefert. Des weiteren ist ein Starter-Kit verfügbar, das aus einem Evaluation Board mit der V850E/PHO3-MCU und zahlreichen Schnittstellen (FlexRay, CAN, CSI, UART, externes FPGA), einer Motorsteuerungsschnittstelle und einem Bildschirm sowie LEDs für die Anzeige der Testergebnisse besteht. Die dazugehörige Software enthält die komplette AUTOSAR-Mikrocontroller-Abstraktionsschicht (MCAL) inklusive der FlexRay-Treiber- und Schnittstellen-Software, ein AUTOSAR-Konfigurations-Tool und eine Demo-Anwendung.

Frank Riemenschneider, Elektronik