Erste Feldversuche zur Pkw-Maut in den Niederlanden

IBM und NXP haben heute den Startschuss für einen Feldtest zur Erhebung von Mautgebühren für Pkws basierend auf ihren Technologien in den Niederlanden bekannt gegeben.

Mit Hilfe dieses Pilotprojektes soll zum Einen das Verkehrsaufkommen auf niederländischen Straßen reduziert und zum Anderen das Erfassungssystem im Praxisbetrieb getestet werden. Dieses Mauterfassungssystem berechnet abhängig von Parametern wie Straßenklasse, Nutzungszeit und den Umweltzonen der gefahrenen Routen die daraus resultierenden Gebühren für den Fahrer.

Hierfür sind die Versuchsfahrzeuge mit einer integrierten On-Board-Unit (OBU) bestückt, die die anfallenden Gebühren dem Fahrer leicht verständlich anzeigen soll. Die OBU hat NXP in Zusammenarbeit mit CPS Europe entwickelt. Sie basiert auf dem ATOP-Chip von NXP, der ein GPS-Empfangsmodul enthält, das bei hoher Datensicherheit die aktuelle Fahrzeugposition per drahtloser Datenkommunikation ermittelt. Mit Hilfe des GSM-GPRS-Mobilfunknetzes lassen sich dabei die entsprechenden Positionsdaten kontinuierlich in ein IBM-System übertragen, das die jeweiligen Routen- und Kostendaten über ein Back-Office-System berechnet.

Insgesamt 50 Mitarbeiter des High Tech Campus in Eindhoven testen ab sofort das Erfassungssystem über einen Zeitraum von sechs Monaten. Jede der integrierten OBUs zeichnet dabei alle Fahrten auf und weist den daraus resultierenden Preis pro Fahrt aus. Über eine sichere Website sind die Testpiloten dann in der Lage, sich einen Überblick über die aufgelaufenen Kosten zu machen und zu beurteilen, ob die jeweils gewählte Streckenführung zu einer Kostenreduzierung beigetragen hat.

In der zweiten Phase des Feldversuchs finden die Testfahrten außerhalb der »Rushhour« statt, beziehungsweise nutzen die Fahrer für ihren Weg von ihrem Wohnort zur Arbeitsstätte eine kostengünstigere Route. Der Versuch dient dem Nachweis der praktischen Anwendung der neuen Technologie und der Verdeutlichung der direkten Wechselwirkungen zwischen persönlichen Fahrgewohnheiten und anfallenden Fahrtkosten. Erste Ergebnisse stehen voraussichtlich Ende dieses Jahres zur Verfügung.

Der Feldversuch wurde in Zusammenarbeit mit der Landesverwaltung der Region und der regionalen Allianz Eindhoven »Beter Bereikbaar Zuidoost-Brabant« (Südost-Brabant besser erreichen) ins Leben gerufen Das Ministerium für Kommunikation und Verkehr und die Provinz Nord-Brabant bezuschusst das Pilotprojekt dabei finanziell. Ein weiteres Ziel aller Partner ist es, die Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und Behörden sowie den verschiedenen Bildungs- und Forschungseinrichtungen zu verbessern.