Volkswagen Elektromobilität bei Volkswagen und die Rolle der Online-Dienste

Elektromobilität und Online-Dienste haben das Potenzial, das Auto revolutionär zu verändern. Um die Kunden von neuen Konzepten zu überzeugen, müssen aber auch Punkte wie Sicherheit, Alltagstauglichkeit und Wirtschaftlichkeit erfüllt werden. Einen besonderen Mehrwert bieten Online-Dienste, die etwa ein ferngesteuertes Laden oder Klimatisieren per App ermöglichen.

Während sich die Entwicklungen der Automobilindustrie in den vergangenen Jahrzehnten als evolutionär beschreiben lassen, befinden sich aktuell zwei Trends im Aufwind, die das Potenzial haben, revolutionäre Auswirkungen auf das Automobil zu entfachen: Elektromobilität und Online-Dienste.

Elektromobilität gilt als die Antwort auf die großen Megatrends des frühen 21. Jahrhunderts: den globalen Klimawandel und die daraus erwachsenen Klimaschutzziele, die zunehmende Ressourcenknappheit und die hierdurch bedingt steigenden Rohstoffpreise, die wachsende Verfügbarkeit alternativer Energiequellen und der verstärkte Trend hin zur Urbanisierung. Wer als Hersteller diesen Trend unterschätzt, droht schnell ins Hintertreffen zu geraten.

Die vergangenen Jahre waren durch die Vernetzung der Komponenten und Funktionen innerhalb des Fahrzeugs charakterisiert. Künftig wird die Vernetzung des Fahrzeuges mit seiner Umwelt im Fokus stehen. Die durch die Unterhaltungselektronik geschaffene Lebenshaltung unserer Kunden sowie die rasanten Entwicklungen in der Informationstechnologie werden schwerwiegenden Einfluss auf die Automobilindustrie ausüben. Online-Applikationen werden zu einem automobilen Standard werden, ebenso wie eine permanente Datenverbindung zwischen Fahrzeug und Umwelt.

Zwischen diesen beiden automobilen Megatrends bestehen positive Wechselwirkungen, die zu neuen Produkten und Funktionen führen. Zu erleben sind diese schon jetzt im e-up! sowie bald im e-Golf.

Grundsätzlich gilt natürlich: Ob sich ein Trend oder ein Konzept durchsetzt, entscheiden die Kunden. Damit sich diese von Elektrofahrzeugen vollends überzeugen lassen, müssen folgende Faktoren berücksichtigt werden:

Verlässlichkeit und Sicherheit

Hierbei handelt es sich im Grundsatz nicht um ein Differenzierungsmerkmal zwischen den verschiedenen Herstellern. Es ist vielmehr eine Grundvoraussetzung für die gesamte Branche, um die Akzeptanz der Elektromobilität beim Kunden zu gewährleisten. Deshalb befindet sich Volkswagen im ständigen Austausch mit anderen OEMs und Lieferanten, um einen gemeinschaftlichen hohen Standard durch vereinheitlichte Tests und Qualifizierungsmaßnahmen erreichen zu können.

Ein differenzierendes Merkmal der Volkswagen-Strategie ist die vollständige Einbettung der Elektromobilität in die Baukastenstrategie. Hiermit wird ermöglicht, dass sämtliche Elektrofahrzeuge einfach auf im Baukasten befindliche Konzernmodule zugreifen können. Dazu zählen unter anderem auch sicherheitsrelevante Fahrerassistenzsysteme.

Alltagstauglichkeit und Fahrspaß

Ein früheres Manko – die Größe der Hochvoltbatterie – schlägt sich mittlerweile nicht mehr in Einschränkungen im Innenraum nieder. Funktionalität, Übersichtlichkeit und Raumangebot sind auf dem Niveau der verbrennungsmotorischen Fahrzeuge angekommen. In puncto Drehmoment überbietet ein Elektromotor ohnehin jeden Verbrennungsmotor, und auch der Komfort ist durch das extrem leise und ruckfreie Fahren höher. Zudem sinken die Ladezeiten: Ein e-up! lässt sich z.B. innerhalb von nur 30 Minuten auf 80 % aufladen.

Mit der Verständigung europäischer und amerikanischer Fahrzeughersteller auf die Ladeschnittstelle des Combined Charging System CCS wurde zudem ein wichtiger Schritt für den flächendeckenden Ladeinfrastrukturausbau getan.

Die Sicherstellung der Interoperabilität zwischen Fahrzeugen und öffentlicher Ladeinfrastruktur aller Anbieter ist der nächste nötige Schritt. Mit der Markteinführung von Elektrofahrzeugen ist die Automobilindustrie in Vorleistung getreten; nun ist es an den Energieanbietern, ihrerseits zu investieren und den Infrastrukturausbau voranzubringen. Über die Nationale Plattform Elektromobilität werden diese Aktivitäten zusätzlich unterstützt.

Wirtschaftlichkeit und ­Bezahlbarkeit

In den nächsten Jahren besteht die Herausforderung darin, die Kosten der Batterie bei gleichzeitiger technologischer Weiterentwicklung zu senken. Einen Gegenpol zu den hohen Batteriekosten bilden die extrem niedrigen Betriebskosten. Dies zeigt sich bereits heute beispielsweise in der wettbewerbsüberlegenen Effizienz des e3-Antriebes im e-up!: Dieser lässt sich mit nur 11,7 kWh/100 km bewegen. Bei einem Strompreis von 25,8 Cent/kWh bedeutet dies Kosten in Höhe von nur 3,02 €/100 km.