Leitfähiger Beton Eisfrei durch den Winter - ohne Streusalz!

Eisglatte Straßen gehören im Winter dazu. Um sie vom Eis zu befreien, werden Tonnen von Streusalz auf die Straßen gebracht. Die University of Nebraska-Lincoln verfolgt einen anderen Ansatz: Sie nutzen Elektrizität, um die Straßen vom Eis zu befreien.

In Deutschland überzog Atlantiktief Iris in der Nacht zum Samstag die Straßen mit einer Eisschicht und die Straßenmeistereien taten ihr Bestes, die spiegelglatten Fahrbahnen mit Streusalz vom Eis zu befreien. Einen etwas anderen Ansatz, die Straßen vom Eis zu befreien, verfolgen Wissenschaftler der University of Nebraska-Lincoln. Sie entwickelten einen Beton, der das Eis mithilfe von Elektrizität zum Schmelzen bringt.

Edelstahlspäne und Kohlenstoffpartikel machen es möglich

Damit der Beton trotz Berührungssicherheit durch Elektrizität das Eis zum Schmelzen bringt, versetzte das Forscherteam um Chris Tuan den Bodenbelag mit Edelstahlspäne und Kohlenstoffpartikeln. Die zugefügten Komponenten betragen 20 Prozent der Mischung.

Seit dem Jahr 2002 wird der leitfähige Beton bereits bei der Roca Spur Bridge in Nebraska getestet. Laut Tuan gefrieren Brücken schneller, da sie sowohl an der Ober- als auch an der Unterseite dem Wetter ausgesetzt sind. Die Testphase endet im März. Danach möchten die Wissenschaftler den Beton der Federal Aviation Administration, kurz: FAA, präsentieren. Wenn diese die Ergebnisse genehmigt, soll der Beton laut Tuan evtl. in das Gelände eines amerikanischen Großflughafens integriert werden. Tuan: »Zu meiner Überraschung soll der neue Beton aber nicht direkt in die Landebahnen integriert werden.« Laut dem Professor muss auch das Gelände frei von Schnee sein, da das Flugzeug mithilfe von Wägen beladen wird. Des Weiteren wird der Transport von Essen, Gepäck sowie der Tankservice dadurch erheblich erleichtert.

Zu teuer für den großflächigen Einsatz

Die Wissenschaftler sind sich darüber im Klaren, dass das Material nicht kosteneffizient ist und daher nicht in jeder Straße integriert werden kann. Dennoch könnte der Hightech-Straßenbelag an gewissen Stellen verwendet werden, z.B. auf Brücken oder an bestimmten Orten, an denen Eis und Schlaglöcher immer präsent sind.