DLR Eine Stadt wird zum Verkehrslabor

Zum DLR-Verkehrsforschungsprojekt in Braunschweig gehört ein 360-Grad-Fahrsimulator.
Zum DLR-Verkehrsforschungsprojekt in Braunschweig gehört ein 360-Grad-Fahrsimulator.

Die Großforschungsanlage AIM (Anwendungsplattform Intelligente Mobilität) beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Braunschweig steht nun Forschern für unterschiedlichste Projekte zur Verfügung. Durch AIM wird eine Stadt, mit all den Wegen, die ihre Bewohner im Alltag zurücklegen, zum Verkehrslabor.

Verkehrsforscher des DLR, anderer Forschungsorganisationen und Unternehmen können mit AIM neue Technologien für sichere Fahrerassistenz sowie ein modernes und effizientes Verkehrsmanagement entwickeln und erproben. Den Forschern stehen eine Forschungskreuzung, eine Referenzstrecke, zur Beobachtung des Fahrerverhaltens ausgerüstete Fahrzeuge, verschiedene Verkehrssimulatoren und weitere Anlagen zur Verfügung.

Mitten im realen urbanen Verkehrsgeflecht können die Forscher Verkehrssituationen in Braunschweig aus nahezu allen Perspektiven untersuchen. An der Forschungskreuzung im Norden der Stadt wird zum Beispiel der komplette Verkehrsfluss einer vierspurigen Kreuzung projektbezogen Tag und Nacht erfasst und ausgewertet. Neben dem Kraftverkehr wird auch das Verhalten von Radfahrern und Fußgängern mithilfe von Videokameras und Radaranlagen analysiert. Die Forscher legen dabei ein besonderes Augenmerk auf kritische Situationen, wenn sich beispielsweise die Wege von Rechtsabbiegern mit denen von Fußgängern und Radfahrern kreuzen.

Anonymisiert werden die Bewegungen auf der Kreuzung systematisch erfasst und können unter anderem nach Gefahrensituationen ausgewertet werden. "Wir sind in der Lage mit den Daten der Forschungskreuzung Beinahe-Unfälle zu analysieren, über die sonst keine Informationen vorliegen. Faktoren, die zu solchen Situationen führen, können damit frühzeitig bei der Entwicklung von Fahrerassistenzsystemen berücksichtigt werden", beschreibt Prof. Karsten Lemmer, Leiter des DLR-Instituts für Verkehrssystemtechnik die Möglichkeiten der Forschungskreuzung. Kritische Situationen zwischen Straßen- und Bahnverkehr haben die Wissenschaftler am Forschungsbahnübergang im nördlichen Stadtteil Bienrode im Blick. Rund um die Braunschweiger Innenstadt befindet sich die mit vielen Kommunikationsanlagen ausgestattete Referenzstrecke, auf der die Forscher unter anderem die Kommunikation zwischen Fahrzeugen und Ampeln testen können.