Kosten senken mit intelligenten Diagnose-Tools Effiziente Steuergeräte-Diagnose mit ODX

In den letzten Jahren haben fast alle Fahrzeug-Hersteller und die Zulieferer von Elektronik-Komponenten Diagnose-Prozesse in ihren Häusern eingeführt. Dadurch konnten intern jeweils erhebliche Kostenvorteile geschaffen werden. ODX als weltweites, über die ISO standardisiertes Datenaustauschformat bietet zudem weitere Einsparmöglichkeiten.

Kosten senken mit intelligenten Diagnose-Tools

In den letzten Jahren haben fast alle Fahrzeug-Hersteller und die Zulieferer von Elektronik-Komponenten Diagnose-Prozesse in ihren Häusern eingeführt. Dadurch konnten intern jeweils erhebliche Kostenvorteile geschaffen werden. ODX als weltweites, über die ISO standardisiertes Datenaustauschformat bietet zudem weitere Einsparmöglichkeiten.

Heutige Datenaustauschprozesse erlauben den Herstellern, die Steuergeräte frühzeitig auf Einhaltung der Diagnose-Anforderungen zu testen. Die bereits in Entwicklungsabteilungen geprüften Dateninhalte können anschließend mit hoher Qualität in Produktions- und Serviceabteilungen weiterverwendet werden – eine Neuerstellung, wie es vor der Einführung von übergreifenden Diagnose-Prozessen üblich war, ist nicht mehr notwendig. Allerdings bedeutet diese Kostenersparnis über den Gesamtprozess einen erheblichen Mehraufwand in den Entwicklungsbereichen, da hier in aller Regel mehrere zusammenhängende Aufgaben erfüllt werden müssen:

  • Zunächst erstellt der Fahrzeug-Hersteller (OEM) das Steuergeräte-Lastenheft.
  • Anschließend erzeugt der Fahrzeug-Hersteller die Testdaten für das Steuergerät.
  • Der Steuergeräte-Hersteller setzt die Informationen aus dem Lastenheft in Steuergeräte-Code um.
  • Zuletzt werden die für die Bereiche Produktion und Service benötigten Daten erzeugt. Hier werden zusätzliche Steuergeräte-Spezifika integriert, die sich aus der Umsetzung der Spezifikation beim Steuergeräte-Lieferant ergeben.

Ein wesentlicher Nachteil der heute beim Fahrzeug-Hersteller implementierten Diagnose-Prozesse liegt damit auf der Hand: Der Austausch der Diagnose-Informationen mit dem Steuergeräte-Hersteller in einem umfassenden Datenaustausch ist nicht berücksichtigt. Damit dieser Austausch möglich ist, müssen zwei konkurrierende Anforderungen erfüllt sein:

  • Der Fahrzeug-Hersteller muss die Diagnose-Informationen, die der Steuergeräte-Lieferant erzeugt, in seinem „in-House“-Prozess einsetzen können. Da diese Diagnose-Informationen in allen Testgeräten durch Namensreferenzen eindeutig erkannt werden, müssen diese Namen im Austauschformat vorgegeben sein: In Entwicklung, Versuch, Produktion und Service heißt zum Beispiel der Diagnose-Dienst zum Abfragen des Fehlerspeichers bei einem Fahrzeughersteller immer „FehlerspeicherLesen“ – unabhängig vom Steuergeräte-Hersteller.
  • Steuergeräte-Hersteller wiederum arbeiten für verschiedene Fahrzeug-Hersteller. Der Fokus der Steuergeräte-Hersteller liegt auf der einheitlichen Namensgebung für Variablen und Umrechnungsmethoden innerhalb des Steuergeräts. Für das Beispiel „Abfragen des Fehlerspeichers“ soll immer die Steuergeräte-Variable „Fehler“ ausgelesen werden, unabhängig davon, ob der Diagnose-Dienst „FehlerspeicherLesen“ oder „ReadDTC“ heißt. Andernfalls wäre erheblicher Mehrfachaufwand für einige hundert Variable nötig, um die gleiche Information mehrmals zu beschreiben.

ODX

Open Diagnostic Data Exchange (ODX) ist ein internationaler Standard, der innerhalb des ASAM e.V. (Association for Standardization of Application and Measurement Systems) entwickelt wurde. Anfang 2007 soll der ASAM-Standard in einen ISO-Standard einmünden und als ISO 22901-1 veröffentlicht werden. Ziel von ODX ist es, den Austausch von Daten zwischen Fahrzeug-Herstellern, Systemintegratoren und Steuergeräte-Herstellern zu erleichtern und proprietäre Formate zu ersetzen. ODX enthält Informationen über Fahrzeug-Topologie, Diagnose-Daten (Protokoll-Lastenheft, Steuergeräte-übergreifende Funktionen, Steuergeräte und ihre Varianten) und Kommunikationsparametrierung. Daneben werden die Flash-Daten der Steuergeräte und die zugehörige Logistik beschrieben.