Druck auf Zulieferer nimmt weiter zu #####

Viele Fahrzeughersteller haben ihre Forderungen nach Preisreduzierungen für zugekaufte Teile und Systeme in 2006 im Vergleich zum Vorjahr deutlich erhöht. Da gleichzeitig weltweit stark steigende Energie- und Rohstoffpreise...

Viele Fahrzeughersteller haben ihre Forderungen nach Preisreduzierungen für zugekaufte Teile und Systeme in 2006 im Vergleich zum Vorjahr deutlich erhöht. Da gleichzeitig weltweit stark steigende Energie- und Rohstoffpreise bei den Zulieferern zu höheren Kosten führen, sind etliche Zulieferer in jüngster Zeit in finanzielle Schwierigkeiten geraten. Auf der anderen Seite melden viele von Jahr zu Jahr Rekordzuwächse bei Umsatz und Ergebnis; die Kapazitäten vieler Zulieferer sind ausgelastet und die Auftragsbücher gut gefüllt. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie zur Automobilzulieferindustrie von Roland Berger Strategy Consultants und der Investmentbank Rothschild. „Trotz hohen Wettbewerbsdrucks lag die operative Rendite (die EBIT-Marge) der Automobilzulieferindustrie 2006 weltweit auf konstant hohem Niveau und wird (nach ersten Schätzungen) moderat steigen“, erklärte Marcus Berret, Partner im Kompetenzzentrum Automotive bei Roland Berger Strategy Consultants. Bezogen auf den Umsatz lag sie 2006 bei 5,3 Prozent, bei der Kapitalrendite liegen die Zulieferer seit Jahren konstant zwischen 11 und 12 Prozent. Im Jahr 2006 lag sie bei 11,5 Prozent, so Thomas Kästele, Direktor im Bereich Industrie/Automotive bei der Investmentbank Rothschild.

Dieser positive Trend gilt jedoch nicht für alle Zulieferer. In erster Linie hängt die Profitabilität der Studie zufolge von der Unternehmensgröße ab. Kleinere Zulieferer – bis 500 Mio. Euro Jahresumsatz – erreichten in 2006 eine durchschnittliche Kapitalrentabilität von 8,5 Prozent. Sie liegt damit 3 bis 4 Prozentpunkte unter dem Durchschnitt der Industrie. Gegenüber 2000 sank die Kapitalrentabilität um rund 3 Prozent. Deutlich verbessert dagegen haben sich Unternehmen mit 5 bis 10 Mrd. Euro Jahresumsatz. Deren Kapitalrendite lag 2006 durchschnittlich bei 16 Prozent – ein Plus von 4,8 Prozent gegenüber dem Jahr 2000.

Ein weiterer Trend ist die zunehmende Polarisierung bei Zulieferern: Eine Gruppe von rund 50 Top-Performern (Kriterien: überdurchschnittliches Umsatzwachstum bei überdurchschnittlicher Profitabilität in den vergangenen Jahren) hat den Abstand zu den etwa 50 Low-Performern der Industrie in den vergangenen Jahren nahezu verdoppelt. Gewinner innerhalb der Gruppe der erfolgreichsten Zulieferer sind dabei Unternehmen aus asiatischen Wachstumsregionen wie China oder Indien – ihr Anteil an der Gruppe der Top-Performer hat sich von 2005 auf 2006 auf nunmehr fast ein Drittel erhöht, Tendenz weiter steigend. (Christine Rosette)