Die Tage von Festplatten in Automotive-Entertainment-Systemen sind gezählt

Laut einer Analyse der Semicast-Studie über »Automotive Entertainment Systems« werden die steigenden Verkaufszahlen von Festplatten (HDDs) für den Automobil-Bereich am Ende dieser Dekade nachlassen. Hingegen wird der Verkauf von Flash-Memory-basierten Systemen stark ansteigen.

Im Vergleich zu anderen Konsumgütern, wie Videorecordern, tragbaren Mediaplayern oder Laptops, ist die Zunahme der Speicherkapazität automotiver Entertainment-Systeme (vor allem bei eingebetteten Navigationssystemen), in den letzten Jahren schleppend vorangeschritten. Ein im Jahr 2008 angebotenes Navigationssystem besitzt beispielsweise im Durchschnitt nur 20 GByte Speicherkapazität. Dies entspricht exakt der gleichen Kapazität eines im Jahre 2001 für den japanischen Markt ausgelieferten HDD-basierten Navigationssystems von Anbietern wie Alpine und Pioneer.

Der exorbitante Anstieg der Speicherkapazität vieler Unterhaltungselektronik in den vergangenen Jahren wurde durch den benötigten Speicher für Videostreams stark beeinflusst. Bei Navigationssystemen hingegen wird der Speicherbedarf hauptsächlich durch Navigationsdaten und komprimierte MP3- oder WMA-Audiodateien bestimmt, wo 20 GByte im Regelfall mehr als ausreichen. Zusätzlich ist das Abspielen von speicherfressenden Videodateien im Cockpit eines Fahrzeuges in den meisten Regionen der Welt verboten.

Das Navigationssystem mit der größten Speicherkapazität am Markt besitzt aktuell nicht mehr als 40 GByte. Dies ist gerade mal das Doppelte als noch vor sieben Jahren. »Der Bedarf an Speicherkapazität für Automotive-Entertainment-Systeme steigt nur graduell an. Es ist anzunehmen, dass diese Systeme in Zukunft in den Dunstkreis von Flash-Memory-Speichern gelangen, was wiederrum ein Aussterben von HDDs in Automobilen zur Folge haben wird«, so Colin Barnden, Autor der Studie und Principal Analyst bei Semicast.