Die Formel 1 wird grün

Prof. Dr. Burkhard Göschel, Vorsitzender Formel-1-Herstellervereinigung, referierte im Rahmen des Jahreskongresses Zulieferer Innovativ über die geplanten Veränderungen in der höchsten Rennsportklasse. Effizienz wird groß geschrieben.

Der alljährlich bei Audi in Ingolstadt stattfindene Kongress, richtet sich speziell an Zulieferunternehmen, die, auch in der Formel 1, deutlich mehr in die Verantwortung genommen werden. Einen Ausblick auf die zu erwartenden Entwicklungen gab Prof. Dr.-Ing., Dr.-Ing. E.h. Burkhard Göschel, Vorsitzender der FOMAC (Formula One  Manufacturer Advisory Council of FIA) und des GPMA (Grand Prix Manufacturer Association).

In der Formel 1 steht offenbar eine Neuausrichtung bevor, die bereits 2009 in Kraft treten soll. Die dabei gesetzten neuen Schwerpunkte lauten:

  • Mehr Technologie, die für Straßenfahrzeuge relevant ist.
  • Gesteigerte Faszination
  • Effizienz im Einsatz der Mittel (d.h. sinkende Kosten)
  • Erhöhung der Sicherheit
  • Wahrung der Markenwahrnehmung

Das Reglement sieht vor a,b der Saison 2009 2,4-l-V8-Motoren (max. Drehzahl: 19 000 U/min) einzusetzen, die mit einem System zur Rückgewinnung kinetischer Energie ausgestattet sind. KERS (Kinetic Energy Recovery System) ist der Einstieg in CO2-vermindernde Systeme, die später auch in Straßenfahrzeuge überführt werde könnten.

"Der KERS-Einstieg in 2009 ist der Beginn einer fundamental neuen Strategie der FIA für die Formel 1", so Göschel.

Für den Renneinsatz wird KERS mit verschiedenen Vorgaben belegt:

  • Max. Lade-/Entladeleistung: 60 kW
  • Energieentnahme pro Runde: 400 kJ
  • Nur Aufnahme kinetischer Energie, kein Aufladen durch Motor
  • Leistungsabgabe nur symmetrisch an der Hinterachse
  • Min. Fahrzeuggewicht von 650 kg bleibt bestehen
  • Zusatzgewicht kann durch Entfall von Ballast ausgeglichen werden
  • Technische Implementierung (E-Motor, Schwungmasse) nicht vorgeschrieben

Für das Jahr 2011 plant die FIA weitere Vorgaben um die Effizienz der Formel-1-Antriebseinheiten zu verbessern. Neben eine Beschränkung von Kraftstofffluss, Luftzufur und Kraftstofftank soll beispielsweise auch Energie zurückgewonnen werden, die derzeit als Wärme über die Abgase verloren geht. Überlegt wird in diesem Zusammenhang, Zylinderzahl und Hubraum zu verringern und wieder auf aufgeladene Motoren zu setzen.