Deutscher Spiegelhersteller wird von Indern gekauft

Der früher unter dem Namen Schefenacker agierende Spiegelhersteller Visiocorp wird bis Ende Februar an Motherson Sumi Systems verkauft. Nach Aussage eines Visiocorp-Sprechers laufen die Verhandlungen mit dem indischen Zulieferer bisher nach Plan.

Laut eines Handelsblatt-Artikels soll das Unternehmen mit rund 300 Mio. Euro verschuldet sein. Trotz der aktuellen Lage seien Stellenabbau und Entlassungen bei den Verhandlungen aber kein Thema. Neben bestehenden Schulden hat vor allem die aktuelle Krise in der Autoindustrie den Spiegelhersteller stark zugesetzt. Der Auftragseingang sei in den vergangenen Monaten um rund 15 Prozent eingebrochen.

Für das Geschäftsjahr 2008 rechnet Visiocorp mit rund 15 Prozent weniger produzierter Spiegel als noch im Jahr zuvor. Genaue Zahlen für 2008 liegen allerdings noch nicht vor. Zu den wichtigsten Auftraggebern von Visiocorp gehören die angeschlagenen US-Hersteller Ford und GM sowie VW und Daimler. Insgesamt stellt Visiocorp pro Jahr mehrere Millionen Spiegel her.

Weltweit beschäftigt der Spiegelhersteller 4500 Mitarbeiter, rund 350 davon in Deutschland. Wegen der anhaltenden Autokrise seien in den vergangenen Monaten bereits Leiharbeiter entlassen worden. Visiocorp ist seit Jahren auf der Suche nach einem Investor. Mit Motherson Sumi Systems arbeitet das Unternehmen seit Jahren zusammen. Außerdem besitzen die beiden Automobilzulieferer in Indien ein gemeinsames Werk. Der Kaufpreis für das Unternehmen mit einem Umsatz von rund 600 Mio. Euro liegt laut Handelsblatt bei rund 50 Mio. Euro.