ZVEI-Positionspapier Der riskante Einsatz von Konsumelektronik-Bauteilen im Auto

Immer mehr Halbleiter, die nicht speziell für den Automobilmarkt und deren Anwendungsprofile entwickelt wurden, kommen in Fahrzeugen zum Einsatz. Die Verantwortung für daraus resultierende Risiken tragen nicht nur die beteiligten Unternehmen, sondern auch einzelne Mitarbeiter.

Der Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) hat ein Positionspapier zum Thema „Consumer Components in Safe Automotive Applications“ herausgebracht. Zu den Mitgliedern der entsprechenden Arbeitsgruppe gehören u.a. Vertreter von Analog Devices, Epcos, Freescale, Infineon, NXP, Bosch und STMicroelectronics. Die wichtigsten Ergebnisse des Positionspapiers im Überblick:

Angesichts der Tatsache, dass in der automobilen Wertschöpfungskette verstärkt fortschrittliche Fahrassistenzsysteme und Sicherheitsfunktionen Eingang finden, kann jede ausfallende Komponente in einem zugehörigen elektronischen Steuergerät im Fahrzeug die Anwendung beeinträchtigen und die Gesundheit der Insassen oder gar ihr Leben gefährden. Das sich daraus ergebenden Sicherheitsrisiko wirkt sich nicht nur auf die beteiligten Unternehmen aus, sondern kann ebenso zu direkten persönlichen Konsequenzen für den verantwortlichen Mitarbeiter oder Manager führen.

Die im ZVEI organisierten Anbieter sowohl von Halbleitern als auch von passiven Komponenten sehen die Notwendigkeit, das Risikobewusstsein zu steigern, wenn Teile, die nicht speziell für automobile Anwendungen entwickelt wurden, in Fahrzeugen verwendet werden. Die automobile Zulieferkette braucht eine neue, zukunftssichere und zuverlässige Kooperationsgrundlage. Die Zusammenarbeit zwischen OEMs, Erstzulieferern (Tier1) und Komponentenhersteller bei der Entwicklung muss neu beurteilt und definiert werden, um neue Risiken in der Wertschöpfungskette zu identifizieren und zu minimieren.

Im Positionspapier ist zusammengefasst, warum der Trend, vermehrt automobilfremde Teile in automobilen Anwendungen vorzusehen, unvermeidlich ist und sich ausweiten wird. Hervorgehoben wird, dass moderne automobilfähige Lösungen von Stärken abhängen, die bereits während der Technologie-, Gehäuse- und Komponentenlösungen definiert wurden, um Zielvorgaben an Qualität, Zuverlässigkeit, Lebenszeit und Sicherheit zu erreichen. Zusätzlich beinhalten diese Lösungen "Added-value Support" wie TS 16949, Audits, streng kontrolliertes Produktions- und Änderungsmanagement, Fehleranalysen, langfristige Belieferung, Rückverfolgbarkeit, um nur einige zu nennen. Diese automobilspezifischen Produktstärken und Support-Services gehen weit über die geforderten Chipfunktionen hinaus und basieren auf einer soliden Grundlage von automobilerfahrenen Erstzulieferer und Komponentenhersteller. Ihr Know-how sorgt heute für die automobile Qualität und Zuverlässigkeit, die wir kennen und schätzen.

Der heutige Added-value Support für die Automobilbranche übertrifft deutlich die Standards der Konsumgüterindustrie und verursacht außerordentlichen Aufwand, Kosten und Inflexibilität für den Lieferanten. Das vollständige Positionspapier „Consumer Components in Safe Automotive Applications“ stellt der ZVEI zum Download zur Verfügung.