Robuste Entwicklung von Kabelbaumsystemen Das Virtuelle Fahrzeug (Teil 3)

Der rasante Anstieg von elektrischen Funktionen im Fahrzeug hat auch erhebliche Auswirkung auf die Entwicklung des Leitungssatzes. Durch die Variantenvielfalt und verschiedenen Fahrzeugplattformen ist es unverzichtbar geworden, Tools einzusetzen, welche Datenkonsistenz, Varianten-Handling...

Robuste Entwicklung von Kabelbaumsystemen

Der rasante Anstieg von elektrischen Funktionen im Fahrzeug hat auch erhebliche Auswirkung auf die Entwicklung des Leitungssatzes. Durch die Variantenvielfalt und verschiedenen Fahrzeugplattformen ist es unverzichtbar geworden, Tools einzusetzen, welche Datenkonsistenz, Varianten-Handling als auch Verifikation der gesamten Verkabelung im Fahrzeug effizient ermöglichen. Im Folgenden wird eine Entwicklungsmethode aufgezeigt, die alle notwendigen Schritte beinhaltet, um eine robuste Kabelbaumentwicklung zu gewährleisten.

Die Entwicklung heutiger Kabelbaumsysteme ist eine enorme Herausforderung für die Entwickler geworden. Die Komplexität heutiger Leitungssätze bzw. deren Variantenvielfalt und die enormen zu verwaltenden Datenvolumen bedürfen einer Entwicklungsumgebung, die eine konsistente und zuverlässige Datenverwaltung der Bordnetzdaten ermöglicht. Um auch dem Qualitätsaspekt der Bordnetzentwicklung schon in der Konzeptphase Rechnung tragen zu können, ist es notwendig, eine frühzeitige Verifikation des Bordnetzkonzeptes durchzuführen. Maßgeblich sind drei Punkte, welche Vorraussetzung sind für eine robuste Entwicklung der Verkabelung vom Konzept bis zur Fertigung:

  • Konsistente Datenverwaltung der Bordnetzdaten.
  • Verifikation der Bordnetzimplementierung.
  • Automatisierte Ausgabe von Fertigungsdaten.

Synopsys bietet mit der Saber-Entwicklungsumgebung ein Werkzeug für diese Anforderungen. Das Modul „Saber Harness“ ist ein schematic-basierendes System, welches speziell für die Entwicklung von Leitungssatzsystemen im Bereich Automotive entwickelt wurde.

Global Engineering und Single Design Database

An der Entwicklung des Leitungssatzes arbeitet üblicherweise ein ganzes Team, dessen Mitglieder auch an unterschiedlichen Standorten angesiedelt sein können. Zu jedem Zeitpunkt muss gewährleistet sein, dass alle Entwickler mit denselben Daten arbeiten. Hierzu gehören Informationen zu Steckertypen und deren Pinbelegung, Kabeltypen und -längen, Bündelung des Kabelbaums zu Leitungssatzfamilien usw. Probleme können aber auftreten, wenn in der Entwicklung mit mehreren Datenbasen parallel gearbeitet wird.

Saber Harness verwendet hierzu eine Technik, die auch als „Single Design Database“ (Bild 1) bezeichnet wird. Hierzu werden sämtliche Leitungssatzdaten in einem zentralen Repository gespeichert. Auf dieses Repository können beliebig viele Entwickler parallel zugreifen und erhalten bei Zugriff immer eine Kopie des Master Designs aus dem Repository. Um Konflikte bei Änderungen am Design zuvermeiden, ist es immer nur einem User möglich, Änderungen an der gerade ausgecheckten Einheit durchzuführen. Die anderen User haben dann nur lesbaren Zugriff. Um aber nicht das gesamte Bordnetzdesign durch einen einzelnen User zu blockieren, verwendet Saber Harness für den Aufbau von Bordnetzdesigns einen modularen Ansatz. Die im Schematic Editor gezeichneten Leitungssätze können auf mehrereDesign Sheets verteilt werden. Dies macht das gesamte Leitungsdesign übersichtlicher und ermöglicht, nun auch den Zugriff für verschiedene Design Sheets zu definieren. Somit haben mehrere User gleichzeitig Zugriff auf das Design und Schreibrechte für speziell ausgecheckte Sheets und können parallel Änderungen durchführen. Den prinzipiellen Ablauf beim Zugriff auf das zentrale Repository zeigt Bild 1.