Das japanische Pendant zum Segway

Mobil auf zwei Rädern: Mit dem Winglet erweitert Toyota seine Reihe der »Toyota Partner Robots«. Das elektrische Individualmobil wird wie sein amerikanisches Pendant Segway im aufrechten Stand bedient.

Konzipiert wurde das kompakte Gefährt für den vielseitigen Alltagseinsatz. Der Fahrer steht dabei auf einem Trittbrett mit zwei Reifen (analog zu seinem Bruder aus dem amerikanischen Bedford, New Hampshire), das die Grundfläche eines DIN-A3-Blattes einnimmt.

Unter der »Haube« verbirgt sich eine Konstruktion aus Elektromotoren und komplexer Sensor-Elektronik. Die Stabilität und die Bewegungen des Fahrers überwacht ein elektronisch gesteuerter Regelkreis. Per Verlagerung des Körpergewichts fährt der Winglet vorwärts, rückwärts oder um die Kurve - wie beim »Antriebsprinzip« seines Vorgängers aus den USA.

Toyota hat drei Modell-Varianten für unterschiedliche Einsatzzwecke entwickelt. Je nach Bedarf können die Nutzer zwischen L, M und S wählen – von praktisch-komfortabel bis zu freihändig-sportlich. Den Winglet - im Vergleich zu den Segway-Modellen - sehen Sie in der folgenden Bildergalerie.

Die L- und M-Varianten wiegen 12,3 kg, der Winglet S bringt nur 9,9 kg auf die Waage. Die Lithium-Ionen-Batterie des Winglet ermöglicht eine Reichweite von fünf Kilometern und je nach Fahrbahnoberfläche sowie Gewicht des Fahrers eine maximale Geschwindigkeit von 6 km/h. Damit ist er langsamer als der Segway, der eine Spitzengeschwindigkeit von 20 km/h erreicht, aber zwischen 47,7 und 54,4 kg wiegt. Dies ist auf die größeren Batterien zurückzuführen, wodurch die Reichweite des Segway bis zu 38 km beträgt.

Allerdings benötigt der Winglet gerade einmal 60 Minuten, um voll aufgeladen zu werden. Der Segway hingegen muss knapp 9 Stunden am Netz hängen. Der Segway hat seine Alltags-Tauglichkeit schon unter Beweis gestellt, der Winglet befindet sich noch in der Testphase. So soll 2009 die Praktikabilität des Rollers in einem Yokohamaer Einkaufszentrum auf belebten Straßen und Plätzen getestet werden.

Die Produktentwicklung und der Aufbau der Fertigung für den Segway verschlangen über 100 Millionen Dollar an Risikokapital. Da hatte sein prominenter Erfinder Dean Kamen viel Überzeugungsarbeit bei der Kapital-Akquisition zu leisten. Wieviel die Winglet-Entwicklung gekostet hat, verschweigt Toyota, aber es ist anzunehmen, dass dadurch der Gewinn des Unternehmens nur unwesentlich geschmälert wurde.