Neue Standards Damit sich Elektroauto und Ladesäule verstehen

Ladestationen frei wählen können
Ladestationen frei wählen können

Bisher leidet die Einführung der Elektromobilität auch darunter, dass fast jeder Hersteller von Elektrofahrzeugen oder Ladekomponenten eigene Systeme entwickelt. Mit dem Projekt „eNterop“ wollen führende Unternehmen und Forschungseinrichtungen nun verbindliche Standards etablieren.

Die freie Wahl der Tankstelle ist bei Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor selbstverständlich. Doch damit ein Elektroauto an jeder Ladesäule herstellerunabhängig Strom tanken kann, sind zurzeit noch aufwändige Kompatibilitätstests und Produktanpassungen notwendig. Das Projekt „eNterop“ (kurz für „drive international standardization to enter V2G operation on a broad basis“) soll das ändern. Zu den Projektpartnern, die zügig Standards für die Versorgungs- und Kommunikationssysteme zwischen Fahrzeugen und Energienetzen etablieren wollen, gehören unter anderem BMW, Continental, Daimler, Fraunhofer, RWE, Siemens und VW. Für das zweijährige Projekt stehen rund 4,6 Millionen Euro zur Verfügung, die je zur Hälfte von der Wirtschaft und dem Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie getragen werden.

Bis 2014 werden in dem Projekt neue standardisierte Testverfahren entwickelt, nach denen jeder Hersteller prüfen kann, ob seine Produkte den verabschiedeten ISO/IEC-Standards für die Elektromobilität entsprechen. Damit könnten bald die teuren individuellen Kompatibilitätstests und Investitionen in Produktanpassungen der Vergangenheit angehören. Eine schnelle Einigung auf einheitliche Richtlinien ist auch deshalb so wichtig, weil Elektrofahrzeuge zu einer wichtigen Komponente im intelligenten Niederspannungsnetz der Zukunft werden sollen: Dort sollen sie nicht nur Stromkonsumenten sein, sondern zum Teil auch mobile Stromspeicher, die elektrische Energie bei Bedarf wieder ins Netz zurückgegeben können. Sie helfen so, die Netze zu stabilisieren, die mehr und mehr aus lokalen, regenerativen Quellen gespeist werden.

Ladesäulen sind zukünftig also nicht nur bloße Stromspender, sondern sie müssen auch Informationen über Ladezustand, Ladeart, Reichweiten, Energiepreise oder Status der Energienetze erfassen und verarbeiten können. Denn all das sind Daten, die künftig ständig zwischen ihnen und den intelligenten Netzen, den Smart Grid, ausgetauscht werden. Das erfordert zwingend eine sichere Interoperabilität der Systeme, wie sie das „eNterop-Projekt" gewährleisten soll.