Daimler: Motoröl überwachen

Mit einer neuentwickelten Technik lässt sich die Ölqualität direkt im Fahrzeug überwachen und der optimale Zeitpunkt für den Ölwechsel bestimmen. Besonders bei Nutzfahrzeugen spart dies Kosten.

Per Software mit mathematischen Modellen das maximale Wartungs-Intervall zu berechnen, ist schwierig. Parameter wie Temperatur des Motoröls, Anzahl der Startvorgänge, Art der Nutzung und Umgebungsbedingungen des Fahrzeugs müssen ausgewertet werden. Die Daimler-Forscher wollen einen speziellen Sensor in den Ölkreislauf integrieren, der charakteristische Kenngrößen des Öls bestimmen soll.

Permittivität und Viskosität

Um die Ölqualität zu messen, wird zwischen dem Innen- und Außenrohr des ölgefüllten Sensors eine Wechselspannung angelegt. So lässt sich die  Permittivität berechnen, die angibt, wie durchlässig das Öl für das angelegte elektrische Feld ist. Ist das Motoröl durch Wasser oder Rußpartikel verunreinigt, wird es polarer und seine Permittivität steigt. Ein weiteres Qualitätsmerkmal ist die Viskosität oder Zähflüssigkeit. Im Labor verwenden die Forscher ein Auslaufviskosimeter. Die Zeit, die das Öl zum Abfließen benötigt, ist hierbei ein Maß für seine Viskosität. Sie zeigt die Schmierfähigkeit des Öls an. Um die Viskosität während des Autofahrens zu bestimmen, verwenden die Daimler-Forscher das Hin-und-her-Schwappen in der Ölwanne. Der Ölsensor verfolgt das Schwappen und berechnet daraus die Viskosität. Die Onboard-Überwachung der Ölqualität soll für den Serieneinsatz bei Nutzfahrzeugen vorbereitet werden. Dank exakter Bestimmung des Zeitpunkts für die nächste Wartung sollen sich damit die Ölwechsel-Intervalle etwa um ein Viertel verlängern.