Brennstoffzellensysteme: »Mit mehr Mut in den Markt«

Für das jährliche Brennstoffzellen-Fachforum »f-cell« fordert Birgit Scheppat, Vorstandsvorsitzende der Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Initiative Hessen, mehr unternehmerischen Mut und die Hersteller dazu auf die Standardisierung voranzutreiben.

»Die Brennstoffzellentechnologie ist heute da, wo Photovoltaik vor 20 Jahren stand«, erklärte Birgit Scheppat, Vorstandsvorsitzende der Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Initiative Hessen und Professorin an der Fachhochschule Wiesbaden. »Damals gingen wir mit den PV-Modulen in die großen Stückzahlen – erst 1000 dann 100.000 Dächer lautete das Motto.« Für Brennstoffzellensysteme vermisst sie – noch – diesen großen Wurf. »Die Leuchtturmprojekte sind gut – aber sie sind mir nicht mutig genug«, meint Scheppat.

Die Professorin wird während des Brennstoffzellen-Fachforums »f-cell« 2009, welches Ende September in Stuttgart stattfindet, vortragen und dabei ein weiteres Thema ansprechen, das ihr am Herzen liegt. »Wir müssen raus aus dieser Bastelphase, in der jeder Hersteller von Brennstoffzellen-Stacks sein eigenes Süppchen kocht und den Systemhersteller mit Gas- und Elektroanschlüssen nach eigenem Gutdünken konfrontiert«, fordert Scheppat. »Die Produzenten müssen ihr Wettbewerbsdenken hinter sich lassen und sich an einen Tisch setzen. Wir brauchen dringend einheitliche Standards, denn wir könnten die Technik heute in vielen Einsatzfelder schon dem Endverbraucher verkaufen.«