Bosch erhält FIA World Prize 2007 für ESP

Der Automobil-Weltverband FIA ehrt Bosch für die Entwicklung und Verbreitung von ESP. Studien zufolge lassen sich mit dem aktiven Sicherheitssystem 80 Prozent der Schleunderunfälle verhindern.

Die höchste Verkehrssicherheitsauszeichnung hat die FIA (Fédération Internationale de l'Automobile) an die Bosch-Gruppe vergeben: Mit dem »FIA World Prize for Road Safety, the Environment and Mobility« werden die Verdienste honoriert, die sich der Automobilzulieferer durch die Entwicklung des Elektronischen Stabilitätsprogramms (ESP) erworben hat.

FIA-Präsident Max Mosley übergab den Preis in Monaco an den Vorsitzenden der Bosch-Geschäftsführung, Franz Fehrenbach. »Bei der Entwicklung und Vermarktung des wirksamsten Fahrzeugsicherheitssystems seit der Erfindung des Sicherheitsgurts hat Bosch eine Schlüsselrolle gespielt«, erklärte Mosley. Fehrenbach erwiderte bei der Preisverleihung: »Der Preis ist eine Auszeichnung für all unsere Mitarbeiter: die Ingenieure, die das System entwickelt haben, die Mitarbeiter in den Werken, die das System seit Jahren in höchster Qualität fertigen, und auch für unsere Marketingexperten, die seit vielen Jahren den Nutzen des Systems kommunizieren.«

Nach internationalen Unfallstudien werden mindestens 40 Prozent aller Verkehrsunfälle mit tödlichem Ausgang durch Schleudern verursacht. Rund 80 Prozent aller Schleuderunfälle ließen sich mit ESP verhindern. Eine volkswirtschaftliche Studie der Universität Köln aus dem Jahr 2007 kam zu dem Ergebnis, dass alleine in Europa durch den flächendeckenden Einsatz von ESP 4.000 Verkehrstote sowie 100.000 Verletzte im Jahr vermieden werden könnten. Bosch hat das aktive Sicherheitssystem entwickelt und 1995 auf den Markt gebracht.
 
2006 waren weltweit 26 Prozent aller Neufahrzeuge mit ESP ausstattet. Im ersten Halbjahr 2007 waren es bei den Neuzulassungen in Europa 47 Prozent. In den USA wurde 2007 ein Gesetz verabschiedet, das ESP als serienmäßige Ausstattung aller Pkws ab 2012 vorschreibt. Auch die EU-Kommission hat die Absicht, den Schleuderschutz ab 2011 vorzuschreiben. Die NCAP-Organisationen (New Car Assessment Programme) empfehlen ebenfalls den Einsatz von ESP.