BMW: Verbessertes Notrufsystem

Der Erweiterte Notruf von BMW ConnectedDrive ist serienreif und wird als Bestandteil des Telematik-Dienstes BMW Assist verfügbar sein. Rettungskräfte sollen damit detailliert informiert werden und vor dem Eintreffen am Unfallort gezielte Maßnahmen einleiten können

Schon 1997 hat BMW die ersten Fahrzeuge mit einer automatischen Notruf-Funktion ausgestattet. Inzwischen verfügen mehr als 500.000 Fahrzeuge über dieses System, das im Rahmen von BMW ConnectedDrive entwickelt wurde. Als Bestandteil von BMW Assist ist der Notruf in Deutschland, Österreich, Frankreich, Italien, Großbritannien, Kanada, den USA, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Kuwait und Australien nutzbar.

BMW hat damit viel Pionierarbeit geleistet. An Telematik-Diensten mit Notrufsystemen arbeiten derzeit auch verschiedene andere Anbieter wie etwa ATX in einer Kooperation mit Peugeot. Mittlerweile befürwortet die EU eine europaweite Einführung des elektronischen Notrufsystems eCall bis zum Jahr 2010 und plant dazu eine Gesetzesinitiative.  

Der Erweiterte Notruf ermöglicht bedarfsgerechte Hilfe

Nach einer Kollision liefert das System Daten, mit denen das BMW Callcenter das Fahrzeug identifizieren kann. Die von Sensoren im Fahrzeug gesammelten Werte geben Aufschluss über Art der Kollision und das Verletzungsrisiko. Die alarmierte Rettungsleitstelle weiß damit frühzeitig, wo sich der Unfall ereignet hat, welches Fahrzeug beteiligt ist, und wie hoch das Verletzungsrisiko der Insassen ist. Der Rettungseinsatz kann so schnell und situationsgerecht eingeleitet werden.

Besonders wichtig ist, dass die Rettungsleitstelle Hinweise erhält, in welchem Umfang eine medizinische Versorgung von Unfallopfern nötig ist. Derzeit wird in Deutschland bei jedem dritten Verkehrsunfall nachträglich ein Notarzt zur Unglücksstelle gerufen, weil die Verletzungen der Unfallopfer schwerwiegender sind als zunächst erwartet. Der Erweiterte Notruf soll das Risiko schwerer Verletzungen schnell erkennbar machen.

BMW Unfallforschung kooperiert mit größter Unfallklinik der USA

Um das Notrufsystem zu optimieren, hat die BMW mit dem William Lehman Injury Research Center (WLIRC) zusammengearbeitet. Die Forscher entwickelten einen speziellen Algorithmus, um die Fahrzeugdaten auszuwerten.

Für ein präzises Bild vom Unfallgeschehen werden eine Vielzahl von Daten berücksichtigt. Im Fahrzeug verteilte Sensoren wie Airbag-Sensoren sowie Sitz- oder Gurtsensoren der Vordersitze liefern Informationen über die Kollision und das Verletzungsrisiko. Registriert wird zum Beispiel, welche im Fahrzeug vorhandenen Rückhalte-Systeme ausgelöst werden, sowie die Belegung und der Gurtstatus der Frontsitze. Damit lassen sich Frontal-, Heck-, Seiten- oder auch Mehrfach-Kollisionen erkennen und unterscheiden. Auch ein Überschlag des Fahrzeugs lässt sich so feststellen.

Der Erweiterte Notruf als Bestandteil des Telematik-Dienstes BMW Assist ist in allen BMW-Modellen außer BMW 7er, Z4 und X3 ab sofort in Deutschland, Österreich und Italien verfügbar. Weitere Länder sollen nach Angaben von BMW noch in diesem Jahr folgen.