BMW: Gut ist nicht genug

Enttäuscht reagierte der Markt am Dienstag auf die Veröffentlichung der BMW-Zahlen für das dritte Quartal 2007 und strafte den Autohersteller ab. Weil der Gewinn nicht den Erwartungen entsprach, geriet die Aktie stark unter Druck.

Wie BMW am Dienstag in München vermeldete, stieg im dritten Quartal 2007 das Ergebnis vor Steuern im Vergleich zum Vorjahr um 6,3 Prozent und liegt bei 765 Mio. Euro. Analysten hatten jedoch 913 Mio. Euro erwartet. Der Umsatz legte um 19,2 Prozent auf 13.778 Mio. Euro zu, der Überschuss stieg auch aufgrund steuerlicher Effekte um 77,7 Prozent auf  803 Mio. Euro. Doch das war den Anlegern nicht genug: Die BMW-Aktie war mit einem zeitweisen Minus von 3,7 Prozent auf 43,12 Euro größter Verlierer.        

Vorstandsvorsitzender Norbert Reithofer bekräftigte, BMW werde am Ergebnisziel für das Gesamtjahr festhalten und auch bei Umsatz und Absatz Rekorde aufstellen. Er stellte jedoch auch fest: »Trotz dieser Verbesserungen sind wir mit der aktuellen Finanz- und Ertragslage nicht zufrieden. Wichtig ist: Wir stellen jetzt die richtigen Weichen für die Zukunft.« Reithofer erklärte, ein vorrangiges Ziel sei die Steigerung der Rendite: »Mit unserer strategischen Neuausrichtung stellen wir nun die Verbesserung der Profitabilität klar in den Mittelpunkt.« Die getroffenen Entscheidungen seien vor allem auf Wachstum und Wertsteigerung für die mittel- und langfristige Zukunft ausgelegt.

Aus hohem Absatz Gewinn zu machen, soll durch neue Modelle und vor allem Sparsamkeit erreicht werden. Konsequente Kostensenkung ist geplant, wobei von Stellenabbau bisher noch nichts zu hören ist. Doch hat diese Strategievorgabe die Anleger nicht begeistern können. Und die Konkurrenz schläft nicht: Im Kleinwagen-Bereich hat der hinreißende Fiat 500 eine Charme-Offensive gestartet und wird vielleicht den kultigen MINI bedrängen. Sparsamkeit allein ist fade. Für die Zukunftssicherung sind auch neue Ideen und Pespektiven nötig. Die Investoren warten darauf.