Blu-ray im Auto

MOST geht in die dritte Generation. Nach 25 Mbit/s, übertragen über kostengünstige Plastik-Lichtwellenleiter (LWL), und der zweiten Version mit 50 Mbit/s über ungeschirmte Kupferkabel (UTP) entstand als neueste Version nun eine LWL-Variante mit einer Übertragungsrate von 150 Mbit/s...

MOST geht in die dritte Generation. Nach 25 Mbit/s, übertragen über kostengünstige Plastik-Lichtwellenleiter (LWL), und der zweiten Version mit 50 Mbit/s über ungeschirmte Kupferkabel (UTP) entstand als neueste Version nun eine LWL-Variante mit einer Übertragungsrate von 150 Mbit/s. Wurden bei MOST25 meist nur Audio-Signale übertragen, so müssen in modernen Fahrzeugen auch High-Definition-Video-Signale übertragen werden – beispielsweise mit MOST150.

Die unkomprimierte Übertragung von HD-Video-Daten erzeugt für einen einzigen Video-Strom eine Datenrate von 2 bis 8 Gbit/s – je nach Frame-Rate und Auflösung. Es liegt auf der Hand, dass hierfür 150 Mbit/s nicht ausreichen. Dieses vermeintliche Problem wurde jedoch bereits an anderer Stelle gelöst – nämlich dort, wo die Daten für die Speicherung auf der Blu-ray-Disk (BD) aufbereitet werden. Denn trotz des Speichervolumens von 50 Gbyte würde die Speicherkapazität nur für wenige Sekunden ausreichen. Deshalb wird der HD-Video-Datenstrom mit Datenkompression nach dem MPEG2-, MPEG4- oder VC1-Standard auf eine Datenrate von 40 Mbit/s ohne sichtbare Qualitätsverluste zusammengedrückt.

Was liegt also näher, als bei der Datenübertragung von Blu-ray-Videos über MOST bereits komprimierte Video-Daten zu nutzen? Der Transport-Stream (TS) eines HD-Blu-ray-Videos hat ein Übertragungsrate von etwa 54 Mbit/s. Er enthält die Video-Signale im HD-Format und auch die Mehrkanal-Audio-Signale perfekt zueinander synchronisiert. Mit MOST150 steht jetzt ungefähr die dreifache Datenübertragungsrate zur Verfügung. Eine sehr elegante Möglichkeit der Übertragung besteht also darin, diesen Transport-Strom in geeigneter Weise in das MOST-Netz einzuspeisen und dann in der Senke, z.B. einer Rear-Seat-Entertainment-Einheit (RSE), abzugreifen und entsprechend zu decodieren. Da der Datenstrom Ton und Bild enthält, passiert in der RSE-Einheit also praktisch genau das gleiche wie normalerweise im Blu-ray-Player: Bild und Ton werden dekomprimiert und der jeweiligen Senke, d.h. dem Bildschirm oder dem Kopfhörer, zugeführt. Bei Konsumelektronikgeräten geschieht dies üblicherweise in einem hierfür optimierten Blu-ray-Controller, welcher gleichzeitig das Laufwerk steuert. Dieser Chip liefert am Ausgang das aufbereitete Video-Signal, welches dann per HDMI an den Fernseher bzw. den Projektor übertragen wird. Entsprechende Lösungen für MOST-basierte Systeme im Auto sind schon heute in der Entwicklung.

MOST: Gleiche Qualität wie bei Blu-ray-Disk möglich

Falls die Ton-Signale an einer anderen Stelle, beispielsweise einem zentralen Klangverstärker, weiterverarbeitet und dann wiedergegeben werden sollen, muss der Audio-Strom wieder in das Netzwerk eingespeist werden und kann dann an der entsprechenden Verarbeitungseinheit, etwa dem digitalen Sound-Prozessor, wieder abgegriffen werden. Das Video-Signal wird also mit exakt der gleichen Qualität über den MOST-Bus transportiert, wie es auch auf der Blu-ray-Disk abgelegt wurde.