Billigauto und Jaguar

Indien ist nicht das neue China. Die Wirtschaftspolitik des indischen Subkontinents soll zwar an die ökonomischen Erfolge des Reichs der Mitte anknüpfen, Indien ist jedoch grundlegend anders. Dies ist auch in der indischen Automobilbranche zu sehen. Bei Tata Motors beispielsweise gibt es Billigautos, aber auch den Jaguar.

Indien ist nicht das neue China. Die Wirtschaftspolitik des indischen Subkontinents soll zwar an die ökonomischen Erfolge des Reichs der Mitte anknüpfen, Indien ist jedoch grundlegend anders. Dies ist auch in der indischen Automobilbranche zu sehen. Bei Tata Motors beispielsweise gibt es Billigautos, aber auch den Jaguar.

Indien definiert sich laut Verfassung als sozialistische Volkswirtschaft. Seit Anfang der 80er Jahre öffnet es sich jedoch zunehmend gegenüber der Weltwirtschaft. Das durchschnittliche Wirtschaftswachstum wuchs in den Jahren 1995 bis 2005 auf 6,4 Prozent.

Im Fiskaljahr 2006/‘07, das im März 2007 abgeschlossen wurde, stieg das Bruttoinlandsprodukt wie im Vorjahr um rund 9 Prozent. Der Wert des Bruttoinlandprodukts zu laufenden Wechselkursen erreichte rund 880 Mrd. Dollar. Gemessen am Wert der weltweiten Produktion waren dies erst zwar nur rund 1,5 Prozent, kaufkraftbereinigt aber rund 6 Prozent.

Indien war damit im weltweiten Vergleich nach den USA, China und Japan die viertgrößte Volkswirtschaft der Welt.

Öffnung, Technologie- und Forschungsinitiativen

Der Öffnungspolitik stehen grundlegende Herausforderungen gegenüber. Indien ist immer noch eine zutiefst traditionell geprägte Gesellschaft. Religiöse Spannungen, Kastenwesen oder traditionelle Gesellschaftsstrukturen prägen das Land. Die weiter hohe Bevölkerungszunahme schafft nicht nur ein Heer von jungen, engagierten Arbeitskräften, sondern birgt auch einiges an Sprengstoff. Indien ist weltweit das Land mit den meisten Analphabeten, ein Drittel der Einwohner muss noch mit einem Einkommen unter 1 US-Dollar pro Tag auskommen.

Doch angesichts dieser Probleme ist der Aufbruch Indiens besonders imponierend. Mit neuester Technik soll das Land den Anschluss an die Moderne finden. Die Automobilbranche ist dabei ein Schlüssel für die Modernisierung, an welcher der Technologiesprung von mehreren Jahrzehnten innerhalb kurzer Zeit zu sehen ist. Nach chinesischem, aber auch japanischem und südkoreanischem Vorbild sind der Aufbau und die Modernisierung in langfristig angelegte staatliche Pläne eingebunden. Die auch für ausländische Unternehmen geltenden Grundsätze dieser Politik sind im „Automotive Mission Plan 2006-2016“ zu finden.

Der Subkontinent wird durch weitere Marktöffnungen und Zollsenkungen immer mehr dem internationalen Wettbewerb ausgesetzt. Der Importzollsatz lag nach Branchenmeldungen 2007/08 bei durchschnittlich 10 Prozent und wurde in den letzten vier Jahren zwischen 2,5 und 5 Prozent gesenkt. Diese Entwicklung hat Indien zum Nettoimporteur von Kfz-Komponenten gemacht. So wurden im Finanzjahr 06/07 Waren für etwa 2,9 Mrd. Dollar exportiert, während die Importe 3,3 Mrd. Dollar betrugen. Besonders hart ist der Wettbewerb mit Anbietern aus China und Thailand.Dieser Herausforderung müssen die indischen Produzenten durch verstärkte Forschungsanstrengungen und eine weitere Optimierung ihrer Produktions- und Kostenstrukturen begegnen.