Beru droht eine Krise

Mit einem leichten Umsatzwachstum auf 230,4 Millionen Euro schloss Beru das erste Halbjahr 2008 ab. Im vergleichbaren Vorjahreszeitraum lag der Umsatz bei 224,2 Millionen Euro. Laut dem Vorstand von Beru trüben jedoch die schwache Nachfrage, der zunehmende Preisdruck sowie steigende Rohstoff- und Energiepreise die Erwartungen für das gesamte Geschäftsjahr 2008.

Das EBIT für das erste Halbjahr schwächte sich von noch 24,4 Millionen Euro im Vorjahres-Halbjahr 2007 auf nur noch 15,8 Millionen Euro ab. Gleiches beim Konzernergebnis: dies reduzierte sich von noch 18,5 Millionen Euro (1. Hj. 2007) auf 12,3 Millionen Euro. Folglich sank der Aktienwert auf 1,20 Euro je Beru-Aktie nach noch 1,80 Euro je Aktie im ersten Halbjahr 2007.

Diese Ergebnisse erklären, warum Beru die Investitionen in Sachanlagen auf 4,5 Millionen Euro nach noch 11,7 Millionen Euro (1. Hj. 2007) zurückgeschraubt hat. Auch die Mitarbeiterzahlen haben sich negativ entwickelt. Insgesamt beschäftigte Beru zum Stichtag 2437 Mitarbeiter. Ein Jahr zuvor waren es noch 2596 Angestellte.

Insbesondere der starke Euro sowie der sich weiter verschärfende Preis- und Wettbewerbsdruck trugen zu dieser Entwicklung bei. Im Kerngeschäft von Beru, der Dieselkaltstart-Technologie, verzeichnete der Automobil-Zulieferer Umsatzrückgänge. Noch aber konnte Beru seine Marktführerschaft in diesem Technologiesegment behaupten. Positiv zu erwähnen sind die Umsatzzuwächse um 1,1 Prozent in der Zündtechnik sowie um 8,6 Prozent im Geschäftsfeld Elektronik und Sensorik.

Der Vorstand des Automobil-Zulieferers geht von einem leicht rückläufigen Umsatz von drei bis vier Prozent für das laufende Geschäftsjahr aus. Beim EBIT rechnet Beru nicht damit, den angestrebten Wert zwischen 40 und 45 Millionen Euro realisieren zu können. Die Prognose wurde auf 30 bis 35 Millionen Euro nach unten korrigiert.

»Um langfristig konkurrenzfähig zu bleiben, müssen wir unsere Anstrengungen noch verstärken, um Kosten einzusparen und die Produktivität zu erhöhen«, betont Dr. Thomas Waldhier, Vorstandsvorsitzender von Beru. Der Automobil-Zulieferer will intensiv an der Optimierung seiner Prozesse und Strukturen arbeiten.

Seit dem Start des Effizienzsteigerungs-Programms im Dezember letzten Jahres baute Beru weltweit rund 130 Stellen ab und stellte die Produktion am Standort Mexiko komplett ein. Außerdem veräußerte Beru seine 49-prozentige Beteiligung am Joint Venture Impco-Beru Technologies.