Automotive-Markt in Asien wächst stark

Strategy Analytics sieht China im Jahr 2010 als Automobilstandort Nr. 1. Die Nachfrage nach elektronischen Systemen wird stark steigen, und Zulieferer sollten sich frühzeitig darauf einstellen.

Der Weltmarkt für Automobilelektronik wächst Strategy Analytics zufolge von 143 Milliarden Dollar im Jahr 2006 auf 220 Milliarden Dollar bis 2014. Der Markt für elektronische Steuereinheiten (Electronic Control Unit, ECU) wird dann ein Volumen von 69 Milliarden Dollar haben gegenüber 42 Milliarden Dollar im Jahr 2006. In den Ländern Japan, Südkorea, China und Indien war die Nachfrage nach ECUs bereits 2006 höher als von europäischen Herstellern. In sieben Jahren soll der Anteil der weltweit nachgefragten
ECUs für die Automobilproduktion des asiatischen Wirtschaftraums von heute 36 Prozent auf 41 Prozent gestiegen sein. Zulieferer sollten sich diese Chance nicht entgehen lassen. Bosch hat den Trend erkannt und investiert seit Jahren in Korea, um der starken Automobilindustrie vor Ort Rechnung zu tragen.

Generell ist festzustellen, dass sich der globale Automobilmarkt nach Osten verschiebt. So kündigte Volkswagen Anfang November an, seine Präsenz im südostasiatischen Raum zu verstärken. Auch lokale Hersteller wachsen dort sehr schnell. Für das Jahr 2014 erwarten die Marktforscher, dass asiatische Automobilhersteller für 42 Prozent der globalen Fahrzeugproduktion verantwortlich sein werden, heute haben sie bereits einen Anteil von 39 Prozent. Verlieren werden vor allem US-Hersteller. Auch für Zulieferer ist dieser Trend einschneidend, denn mit der Produktion verschiebt sich auch die Nachfrage nach elektronischen Systemen. Vorrangige Aufgabe wird es hier sein, Strategien zu entwickeln, wie die eher schwachen Beziehungen zu asiatischen Herstellern verbessert werden können.

Wachstumstreiber Safety-Anwendungen

Das größte Potenzial sieht Strategy Analytics in Safety-Anwendungen. Elektronische Systeme in diesem Bereich sollen für den Zeitraum 2006 bis 2011 jährliche Wachstumsraten von 13 Prozent erbringen. Verantwortlich dafür sind hauptsächlich gesetzliche Regelungen, wie etwa für den Einsatz von Reifendruck-Warnmeldern in Nordamerika oder für standardbasierte Notrufsysteme (eCall) in Europa. Aber auch neue Fahrerassistenzsysteme (Advanced Driver Assistance System) etwa zur Abstandsregelung sowie Spurhalte-Assistenten oder adaptives Kurvenlicht steigern die Nachfrage. Den größten Anteil zur Wertschöpfung tragen jedoch elektronische Steuereinheiten im Bereich Antriebssysteme bei. Im Jahr 2006 machten sie 35 Prozent des Marktes für elektronische Systeme im Automotive-Bereich aus.

Fortschrittliche elektronische Telematik- und Safety-Systeme werden Strategy Analytics  zufolge weltweit eine sehr gute Entwicklung nehmen. In den schnell wachsenden asiatischen Ländern sind dagegen eher klassische Systeme gefragt. So können in Indien oder China mit Elektronik-Komponenten für Sicherheits- oder Komfort-Features, die in älteren Märkten längst etabliert sind, hohe Wachstumsraten erzielt werden. In den jungen Märkten versuchen sich Hersteller etwa durch Airbags, elektronische Bremsen oder Keyless Entry von den Wettbewerbern zu differenzieren. Nach Einschätzung von Strategy Analytics lassen sich mit elektronischen Systemen, deren Absatz sich in den Heimatmärkten bereits eingependelt hat, in asiatischen Märkten noch einmal höhere Renditen erzielen.