Automobilkrise: Fehrenbach sieht Ende der Leidenszeit

Laut dem Vorsitzenden der Geschäftsführung von Bosch, Franz Fehrenbach, ist das Schlimmste für die Automobilindustrie ausgestanden. Jedoch wird Bosch im laufenden Geschäftsjahr von der lang erwarteten Trendwende nicht mehr profitieren können.

Der Vorsitzende der Geschäftsführung von Bosch, Franz Fehrenbach, ist davon überzeugt, dass das Ende der Automobilkrise immer näher rückt. »Wir haben die Talsohle erreicht. Die Indikatoren gehen in die richtige Richtung«, erklärt Fehrenbach. Für das laufende Geschäftsjahr von Bosch wird die erfreuliche Entwicklung aber noch keine positiven Auswirkungen haben. »Für das Jahr 2009 prognostizierten wir einen Umsatzrückgang von zehn bis 15 Prozent und werden voraussichtlich am unteren Rand herauskommen«, so Fehrenbach weiter. Der weltgrößte Automobilzulieferer hatte noch im Geschäftsjahr 2008 Erlöse in Höhe von 45,1 Mrd Euro und einen Gewinn von 372 Mio. Euro erwirtschaftet.

Heute besiegelte Fehrenbach mit Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung und Baden-Württembergs Ministerpräsident Günther Oettinger den Kauf eines 95 Hektar großen Bundeswehrgrundstücks in Renningen-Malmsheim (Kreis Böblingen), auf dem Bosch ein neues Forschungszentrum errichten will. Die Gesamtinvestitionen hierfür belaufen sich auf rund 160 Mio. Euro. Außerdem sollen insgesamt 1100 Beschäftigte aus den bestehenden Bosch-Forschungseinrichtungen aus dem Raum Stuttgart zunächst nach Renningen wechseln – so die Pläne der Geschäftsführung. Anfangs plante Bosch noch rund 1500 Mitarbeiter für den neuen Standort Renningen-Malmsheim ein.

Der erste Teilabschnitt des neuen Forschungszentrums soll im Jahr 2011 bezugsfertig sein. Allerdings wird aufgrund der Verzögerungen für die Kaufgenehmigung mit einem Start nicht vor 2012 ausgegangen. Im nächsten Jahr will der Stuttgarter Konzern eine verbindliche Planung vorlegen, die auch die künftige Personalstärke des Forschungsstandortes beinhalten soll. Ein weiterer Hemmschuh für das neue Forschungszentrum ist die Tatsache, das Bosch erstmals nur rund 40 Hektar des Bundeswehrgeländes kauft und erst wenn die Bundeswehr einen neuen Standort für ihren Ausbildungsbetrieb gefunden hat, kann Bosch die restliche Fläche von rund 55 Hektar erwerben – dies soll aber zum Jahr 2029 vollzogen sein.