Autoelektronik: Allianz für die Zukunft

Mit einer großangelegten Initiative will die deutsche Automobilindustrie der Entwicklung innovativer Elektroniksysteme einen Schub geben. Ziel ist es, die Schlüsseltechnologie für sichere, saubere und sparsame Autos auf breiter Basis zu fördern. Gemeinsam mit dem Bund will man in fünf Jahren 600 Millionen Euro investieren.

Die »Innovationsallianz Automobilelektronik« wird getragen von führenden Herstellern und Zulieferern der deutschen Automobilindustrie. Mitglieder sind derzeit Audi, BMW, Daimler, Bosch, Continental, Elmos und Infineon. Mit der Zusammenarbeit will man die führende Rolle im Bereich Elektronik auch für die Zukunft sichern. Der Schwerpunkt der Aktivitäten liegt auf den Gebieten Sicherheit, Umweltverträglichkeit, Zuverlässigkeit und Standardisierung. Vor allem sollen gemeinsame Elektrik- und Elektronikarchitekturbausteine für Kraftfahrzeuge aller Segmente und Preisklassen zur Verfügung stehen, um die Vorteile der Elektronik für alle nutzbar zu machen.

Förderung durch Bundesforschungsministerium

Die wissenschaftliche Koordination und Einrichtung eines Projektbüros übernimmt das Forschungsinstitut Kraftfahrwesen und Fahrzeugmotoren Stuttgart (FKFS). Erste Projekte sollen Anfang 2008 starten. Die Firmen der Innovationsallianz werden für die Umsetzung der Forschungsergebnisse in marktfähige Produkte in den nächsten Jahren mehr als 500 Millionen Euro investieren. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert das Vorhaben mit einer Public-Private-Partnership. Die Unterstützung wird im Rahmen der Hightech-Strategie der Bundesregierung und des BMBF-Forschungsprogramms IKT 2020 (Informations- und Kommunikationstechnologien) erfolgen und wird in den nächsten fünf Jahren 100 Millionen Euro betragen.

Laut BMBF sind IKT der »Innovationsmotor Nr. 1«. »Ich erwarte, dass diese neue Innovationsallianz gemeinsam mit den bereits angestoßenen Aktivitäten im Bereich der Fahrzeugkommunikation, der Energiespeicherung und der Werkstoffforschung in zehn Jahren zu Treibstoffeinsparungen in der Größenordnung von rund einem Drittel beitragen wird«, sagte Annette Schavan, Bundesministerin für Bildung und Forschung, am Mittwoch in Berlin: »Unser Ziel ist es, dass das umweltfreundlichste Auto der Welt in Deutschland entwickelt und weltweit vermarktet wird. Und wir wollen die Sicherheit auf den Straßen weiter erhöhen.«  Das BMBF erwartet von der angekündigten Forschungsaktivität, dass sie die Minderung von CO2-Emissionen und Kraftstoffverbrauch beschleunigt und einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz-Ziel der Bundesregierung leistet, bis 2020 im Verkehrsbereich rund 34 Millionen Tonnen CO2 zusätzlich einzusparen.

Weitere Informationen zur Hightech-Strategie der Bundesregierung finden Sie unter IKT 2020.

Elektronik ist Schlüsseltechnologie für die Zukunft

Laut FKFS machen Elektrik und Elektronik heute rund 30 Prozent der Wertschöpfung eines Mittelklassefahrzeugs aus. Sie sind die Treiber für etwa 90 Prozent der Innovationen im Auto. Auch in Zukunft wird die Bedeutung der Elektronik weiter zunehmen. Zudem ist die Einführung innovativer Elektroniksysteme ein entscheidender Faktor im globalen Wettbewerb der Automobilindustrie.

Die Aktivitäten der Initiative sollen auf einer gemeinsamen Plattform gebündelt und koordiniert werden. Die Unternehmen arbeiten übergreifend und gemeinsam mit Universitäten und wissenschaftlichen Einrichtungen an Forschungsprojekten für elektronische Komponenten und Systeme zusammen. Dabei bilden die Automobilhersteller, die Zulieferer als System- und Komponentenhersteller sowie die Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen eine strategische Partnerschaft.