Asien und Osteuropa mit hohen Wachstumsraten

Nach einer rückläufigen Kfz-Produktion Anfang dieses Jahrzehnts hat sich diese jetzt wieder stabilisiert. Für den Zeitraum 2005 bis 2010 rechnet der ZVEI mit Wachstumsraten bei der Produktion von 3 Prozent pro Jahr. Die Gesamtjahresproduktion soll weltweit von 65 Millionen Einheiten in 2005 auf 75 Millionen Einheiten in 2010 ansteigen. Das Wachstum der Elektronik, ganz besonders der Halbleiter, wird auch in den nächsten Jahren deutlich höher ausfallen als die Produktion.

Nach einer rückläufigen Kfz-Produktion Anfang dieses Jahrzehnts hat sich diese jetzt wieder stabilisiert. Für den Zeitraum 2005 bis 2010 rechnet der ZVEI mit Wachstumsraten bei der Produktion von 3 Prozent pro Jahr. Die Gesamtjahresproduktion soll weltweit von 65 Millionen Einheiten in 2005 auf 75 Millionen Einheiten in 2010 ansteigen. Das Wachstum der Elektronik, ganz besonders der Halbleiter, wird auch in den nächsten Jahren deutlich höher ausfallen als die Produktion.

Laut Trendanalyse des ZVEI (www. zvei.org) wird die Kraftfahrzeugproduktion in den nächsten fünf Jahren jährlich um 3 Prozent zulegen. Damit hat der ZVEI seine Prognose vom letzten Jahr um 0,1 Prozentpunkte erhöht. Allerdings wird sich die Zunahme sehr unterschiedlich entwickeln (Bild 1): In Amerika liegt die mittlere jährliche Produktionszunahme bei 1,4 Prozent und auch in Europa wird die Stückzahlentwicklung mit +2,3 Prozent pro Jahr unter dem weltweiten Trend liegen. Auch im restlichen Westeuropa wird das Wachstum unterdurchschnittlich ausfallen, während für Osteuropa mit 7,5 Prozent pro Jahr von einem sehr hohen Wachstum ausgegangen werden kann. In Japan wird wegen der weiteren Verlagerung der Kfz-Produktion – vor allem nach Asien (China) und zu einem geringen Teil auch nach Amerika und Europa – ebenfalls mit einem weit unter dem Durchschnitt liegenden Wachstum von 0,3 Prozent pro Jahr gerechnet. Mit einer Steigerung von 7,7 Prozent wird in Asien eine überdurchschnittliche Zunahme der Kraftfahrzeugproduktion erwartet. Entsprechend verändern sich auch die Marktanteile (Bild 2).

Der Anteil der Halbleiter- Bauelemente für Kraftfahrzeuge am Weltmarkt lag im Jahr 2005 bei 8 Prozent, bis 2010 soll er auf 9 bis 10 Prozent ansteigen. Der Automobil-Anteil am gesamten Halbleitermarkt liegt bei etwa 8 Prozent. In Europa und vor allem in Deutschland ist dieser Anteil allerdings deutlich höher: In 2005 lag er bei 18 Prozent, in Deutschland sogar bei 29 Prozent, und beim ZVEI geht man davon aus, dass er bis zum Jahr 2010 noch weiter ansteigt. Der hohe Anteil der Kraftfahrzeugelektronik spiegelt sich auch in der Tatsache wieder, dass der Anteil und das Wachstum des Halbleiterbedarfs in Europa deutlich über dem Anteil der Kraftfahrzeugproduktion liegt. In 2005 betrug dieser Anteil an der Weltproduktion 38,8 Prozent, er soll aber bis 2010 geringfügig auf 37 Prozent zurückgehen.

Bei den Anwendungsbereichen (Bild 3) der Kfz-Elektronik verläuft die Entwicklung sehr unterschiedlich. Den größten Anteil macht heute und wird auch in den nächsten fünf Jahren der Bereich Antriebsstrang ausmachen, zu dem u.a. das Motormanagement und die Getriebesteuerung gehören. Da für Benzinmotoren dieser Markt – zumindest in Nordamerika, Westeuropa und Japan – schon annähernd gesättigt ist, ist die Zuwachsrate mit 9,7 Prozent am niedrigsten und liegt deutlich unter dem Durchschnitt. Sie wird fast ausschließlich durch die stark wachsende Zahl an Dieselmotoren in Europa und die Produktionen in Asien, Osteuropa und Südamerika getragen, wo die Verkehrsdichte so stark zugenommen hat, dass eine Verbesserung der Abgase und damit auch entsprechenden Motorsteuerungen unumgänglich sind. Mittelfristig kann aber auch in diesem Bereich wieder mit einem etwas höheren Wachstum gerechnet werden, da Hybridfahrzeuge, wie sie vor allem in den USA und Japan immer beliebter werden, einen wesentlich höheren Bedarf an Halbleiter-Bauelementen für die Antriebssteuerung haben.

Das größte jährliche Wachstum ist für die Bereiche Insassenschutz (14,4 %) und Chassis (10,7 %) zu erwarten, gefolgt von Karosserieelektronik (10,3 %), Informationssystemen (10,1 %) und Systemen gegen Diebstahl (10 %). Der Rückgang der sehr hohen Wachstumsraten der Informationssysteme auf nunmehr durchschnittliche Werte wird wesentlich durch den Preisverfall verursacht. Hinzu kommt der stark gewachsene Markt für Handheld-Navigationssysteme, die die Zuwachsraten der fest eingebauten abflachen lässt. Die Ausrüstung der Fachzeuge mit PCs wird in dem betrachteten Zeitraum noch keine wesentliche Rolle spielen. Das starke Wachstum beim Insassenschutz wird insbesondere durch einen höheren Ausstattungsgrad der Fahrzeuge mit Rückhaltesystemen wie Airbags getragen. Gleichzeitig werden diese immer aufwendiger, da sie die Größe und Sitzpositionen der Fahrzeuginsassen erkennen können und dementsprechend den Auslösezeitpunkt bei einem Unfall berechnen und so den größtmöglichen Schutz bieten. Systeme zur vorbeugenden Sicherung gegen Unfälle (Rundumsicht- und Fahrerassistenzsysteme) werden dem Trendbericht zufolge in den kommenden fünf Jahren noch keine größere Verbreitung finden, können aber in der darauf folgenden Zeit einen zusätzlichen Innovationsschub mit hohem Bedarf an mikroelektronischen Bauelementen auslösen. Großes Wachstum zeigen auch Systeme, die – wenn vielleicht auch indirekt – dem Personenschutz dienen. Hier werden insbesondere die verbesserten Bremssysteme und solche zur Fahrzeugstabilisierung wie ABS, ASR und ESP genannt. Studien aus den USA zeigen, dass ESP Unfälle in einem so hohen Maß verhindern kann, dass eine dem Airbag vergleichbare Reduzierung von Verkehrsopfern erreicht werden kann. In den USA soll deshalb der Einsatz von ESP zumindest für SUVs und Mini-Vans vorgeschrieben werden. Durchschnittlich entwickelt sich die Ausstattung mit Komfortsystemen wie automatisch gesteuerten Klimaanlagen oder elektrischen Sitzverstellungen mit Gedächtnisfunktion. Grundsätzlich stellt die Studie klar, dass künftig beim Einsatz von elektronischen Systemen ein weit über dem Durchschnitt liegendes Wachstum vor allem dort erwartet werden kann, wo entweder gesetzliche Bestimmungen den Einsatz von elektronischen Systemen erzwingen, etwa im Umweltschutz, die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer verbessert werden kann oder rein mechanische oder hydraulische Lösungen durch elektromechanische ersetzt werden. Aber auch Steuerungen, die den Treibstoffverbrauch direkt reduzieren oder den Schadstoffgehalt des Abgases verringern, sind auf dieser „Hitliste“ zu finden. Stark rückläufig sind Systeme, die diesen Anforderungen nicht mehr genügen (Bild 4).