ARCD: Kostenfalle Elektroauto?

Laut einer Untersuchung von Kreutzer Consulting resultieren aus dem neuen RWE-Autostromtarif dreimal höhere Kosten für den E-Smart als für ein vergleichbares Dieselfahrzeug - schuld daran sei vor allem die hohe monatliche Grundgebühr.

Laut Autoexperten Ferdinand Dudenhöffer vom Center of Automotive Research (CAR) der Fachhochschule Gelsenkirchen wird der Elektromotor zur Antriebsart der Zukunft und ab dem Jahr 2015 das Elektroauto zum Massenphänomen. »Wir gehen davon aus, dass vom Jahr 2025 an alle Pkw, die in Europa verkauft werden, reine Elektroautos oder Hybrid- Fahrzeuge sein werden«, prophezeit Dudenhöffer.

Doch nach Ansicht des Auto- und Reiseclub Deutschland (ARCD) hängt der Markterfolg von Elektrofahrzeugen von deren Betriebskosten ab, da die Verbraucher die Tarife für den Ladestrom mit den gewohnten Benzin- und Dieselpreisen vergleichen werden. In einer Untersuchung stellte das Beratungsunternehmen Kreutzer Consulting fest, dass der neue RWE-Autostromtarif dreimal höhere Kosten für den E-Smart verursacht als die Nutzung eines vergleichbaren Dieselfahrzeugs. Schuld daran sei vor allem die hohe monatliche Grundgebühr von 69 Euro, die der Stromkonzern verlangt.

Bei einer monatlichen Fahrleistung von 800 km mit dem Smart electric drive würden nach dem RWE-Tarif 86,75 Euro Stromkosten anfallen, während der vergleichbare Smart mit Turbodieselmotor die gleiche Strecke für 29,20 zurücklegt. Die Autoren dieser Studie kritisieren, dass die Grundgebühr ein von der Fahrleistung unabhängiger Kostenfaktor sei. Es sehe so aus, als habe der Energiekonzern das allgemeine Geschäftsmodell mit Grundgebühr und Kilowattabrechnung auf den Autostrom übertragen. »Man muss allerdings auch betonen, dass sich die Elektromobilität derzeit noch in einer Experimentierphase befindet«, betont Geschäftsführer Klaus Kreutzer. Wegen der hohen Kosten für den Aufbau der Infrastruktur müsse der Autostrom aber auch in Zukunft deutlich teurer sein als der Haushaltsstrom.