Absatzschwäche bei Head-units

Laut einer Studie von iSuppli beziehen die OEMs im Jahr 2009 nur noch 48,4 Mio. Head-units. Dies entspricht einem Absatzminus von 25,1 Prozent im Vergleich zum Jahr 2008 mit noch 64,6 Mio. ausgelieferten Einheiten.

Als ausschlaggebenden Grund für die Absatzschwäche bei den Head-units sehen die Analysten von iSuppli die weltweite Absatzkrise in der Automobilindustrie. Die Marktforscher gehen des Weiteren davon aus, dass die weltweiten Absatzzahlen für Head-units bis zum Jahr 2014 nicht mehr das Niveau des Geschäftsjahres 2007, mit insgesamt 68,3 Mio. ausgelieferten Einheiten, erreichen.

Zudem muss die Head-unit im Automobil immer mehr Aufgaben übernehmen: Neben der Steuerung der Benutzeroberfläche und Funktionen des traditionellen Infotainment-Sytems (CD-Player etc.), kommen immer mehr Aufgaben, beispielsweise als Front-end für das Navigationssystem, den Bluetooth-Anschluß des Mobiltelefons, als Schnittstelle zu den Festplatten oder zum iPod, hinzu. Daher glauben die Analysten von iSuppli, dass Automobilhersteller diese steigende Anzahl an Head-unit-Funktionen bereits heute in ihre Design-Prozesse einfließen lassen sollten.

»Entwickler von automobilen Infotainment-Systemen und Head-units sollten sich ein Beispiel an der PC-Industrie nehmen«, meint Richard Robinson, Pricipal Analyst Automotive Electronics bei iSuppli. »Die ersten PCs verfügten noch über Motherboards mit einer stark limitierten Anzahl an Standardfunktionen. Alle zusätzlichen Funktionen für den Netzwerkanschluss, die Graphikverarbeitung, Speicherschnittstellen oder die Audio-Unterstützung übernahmen Plug-in-Lösungen, die sich oftmals nur schwer fehlerfrei implementieren ließen. Heute gehört eine Vielzahl dieser Lösungen quasi zur Standardausstattung, ohne die sich ein PC praktisch nicht mehr verkaufen ließe. Im Automotive-Segment hingegen läuft die Produkt- und Markendifferenzierung nicht auf der Hardware- sondern fast ausschließlich auf der Software-Ebene, wobei die Rechnerinfrastruktur des Fahrzeugs als generische Plattform und Host für die zahlreichen Software-Applikationen fungiert.«

Gerade die hohe Anzahl installierter Funktionen hat es den PCs ermöglicht, nicht nur Business- sondern auch viele neue Unterhaltungs- und Kommunikations-Applikationen – in Abhängigkeit zur Nachfrage – zu unterstützten und so seinen Siegeszug als Heim-PC in nahezu alle Wohnungen anzutreten. »Der Erfolg des PCs war sicherlich nur durch den hohen Anteil Anwender-orientierter Hardware möglich«, so Robinson weiter. »Als Folge dessen, befasst sich der heutige PC-Nutzer nicht mehr mit der Hardware sondern mit den darauf laufenden Programmen und Applikationen.«

Mehr als nur Hardware

Die Marktforscher von iSuppli glauben deshalb, dass für das Design der nächste Generation von Head-units Strategien notwendig sind, um von der Hardware-Differenzierung abstand zu nehmen und sich mehr mit dem Download und dem Aktualisieren von Software zu befassen. Dadurch würde die Bürde der massenhaften Firmware-Updates, wie z.B. für das Aktualisierung von Bluetooth-Profilen oder dem Installieren neuer Applikationen, auf den Fahrzeugeigentümer übergehen.