15 Jahre „CAN in Automation“

Die „Non Profit“-Organisation CAN in Automation e.V. (CiA) hat sich seit ihrer Gründung vor 15 Jahren auf die Fahnen geschrieben, den aus dem Automobilbereich entwickelten CAN-Controller auch für die Zwecke der Fertigungsautomatisierung nutzbar zu machen.

Die „Non Profit“-Organisation CAN in Automation e.V. (CiA) hat sich seit ihrer Gründung vor 15 Jahren auf die Fahnen geschrieben, den aus dem Automobilbereich entwickelten CAN-Controller auch für die Zwecke der Fertigungsautomatisierung nutzbar zu machen.

Im Jahre 1992 gründeten mehrere Unternehmen die CAN in Automation e.V. (CiA) mit dem Ziel, Informationen zu Technik, Produkten und Vermarktung zum CAN-Standard aufzubereiten, zu verbreiten und die weitere Entwicklung des CANopen-Protokolls zu unterstützen. Der CAN-Standard (Controller Area Network) wurde 1986 von Bosch auf dem SAE-Kongress (Society of Automotive Engineers) vorgestellt. Mittlerweile ist es eines der erfolgreichsten Netzwerk-Protokolle; im Jahr 2000 überstieg die Zahl der verkauften CAN-Controller zum ersten Mal die 100-Millionen-Grenze. Im letzten Jahr wurden rund 500 Millionen CAN-Controller verkauft.

Seit dem Jahr 1993 wurde im Rahmen des von Bosch geleiteten ESPRIT-Projektes ASPIC auf der Grundlage des von CiA-Mitgliedern entwickelten CAN Application Layers (CAL) ein Protokoll für die interne Vernetzung von Fertigungszellen entwickelt, aus dem schließlich die CANopen-Spezifikation hervorging. 1995 wurde die CANopen-Spezifikation an die CiA zur weiteren Entwicklung und Betreuung übergeben. Inzwischen kommt CANopen in den unterschiedlichsten Branchen zum Einsatz, etwa in medizinischen Geräten, in Baumaschinen, in der Schiffsautomatisierung, der Verkehrstechnik oder der Gebäudeautomatisierung. CiA organisiert Marketing-Aktivitäten wie Messestände und Ausstellungen, veranstaltet Seminare und gibt Produktübersichten und Broschüren zu speziellen Anwendungen heraus. Aus Anlass des 15-jährigen Jubiläums sprachen Günther Klasche, Chefredakteur, und Dr. Jens Würtenberg, Redakteur der Elektronik, mit Holger Zeltwanger, dem Managing Director der Organisation CAN in Automation e.V. und Geschäftsführer der assoziierten CAN in Automation GmbH.

Herr Zeltwanger, die Organisation CAN in Automation besteht seit 1992, in diesem Jahr feiern Sie das 15-jährige Jubiläum; dazu ganz herzlichen Glückwunsch. Was ist denn die Aufgabe Ihrer Organisation?

Holger Zeltwanger: Der eingetragene Verein informiert kostenlos Ingenieure, die an CAN interessiert sind. Dazu wird eine sehr umfangreiche Web-Seite betrieben, schriftliches Informationsmaterial herausgegeben, und in ausgewählten Ländern werden einführende CAN-Schulungen durchgeführt. Die angegliederte CiA GmbH veranstaltet u.a. Konferenzen und Seminare, testet CANopen-Geräte auf Konformität und verkauft den selbstentwickelten CAN-open Safety Chip. Dieser CSC soll auch „kleinen“ Firmen ermöglichen, in die Sicherheitstechnik einzusteigen. Die Hauptaktivität ist jedoch die Entwicklung und Pflege von CANopen-Profilen. Insgesamt sind in der CiA GmbH 14 Mitarbeiter beschäftigt, und ich „befürchte“, dass wir noch weiter wachsen. „Befürchte“ deshalb, weil wir manchmal sehr schnell Know-how über Anwendungen aufbauen müssen, die uns Elektronikern nicht im Detail vertraut sind. Wir müssen dann eine Brücke zwischen den Experten der jeweiligen Branche und den Anbietern von CAN-Produkten bilden.

Ihr Verband hat mehr als 400 Mitglieder, also wohl die gesamte Automatisierungsbranche. Sie müssen also für die unterschiedlichsten Einsatzgebiete Normen, Schnittstellen usw. entwickeln. Verzetteln Sie sich da nicht?

Zeltwanger: Wir verzetteln uns nicht, weil die Anfragen von außen kommen. Und wenn eine signifikante Anzahl von Interessenten da ist, dann lassen sich eventuell sogar Erkenntnisse von einer Branche auf die andere übertragen. Deshalb ist es sogar sinnvoll, branchenübergreifend zu arbeiten. Ein Gegenbeispiel ist die Automobilindustrie: Die großen Unternehmen haben viele Jahre lang allein vor sich hin „gewerkelt“ – und erst relativ spät gemeinsam mit der Entwicklung von höheren Protokollen begonnen. Andere Branchen, vor allem die mit kleinen Stückzahlen, haben von Anfang an Synergie-Effekte genutzt. Sie wussten, sie müssen von anderen lernen und sich gemeinsame Lösungen ausdenken; allein hätten sie beispielsweise die Entwicklung eines CAN-basierenden Anwendungsprotokolls wie CANopen nicht stemmen können.