Entwicklung + Test Robustness Validation (Teil 1)

Der Anspruch an Automotive-Systeme und -Komponenten in Bezug auf Sicherheit und geringe Anfälligkeit gegen Fehler ist enorm gestiegen. Speziell die Untersuchung von Fehlerfällen ist immer wieder eine große Herausforderung bezüglich der Vollständigkeit, Auswertbarkeit und Durchführbarkeit. Klassische Testmethoden, die lediglich auf Tests mit realen Prototypen basieren, sind bei weitem nicht ausreichend. Simulationsbasierte "Failure Mode Effect Analysis"-Methoden (FMEA) bieten völlig neue Testmöglichkeiten. Dieser zweiteilige Artikel gibt einen Einblick in das vollständig automatisierte Testverfahren Testify der Entwicklungsumgebung Saber von Synopsys.

Um ein System unter Einfluss von Ausfällen oder Fehlverhalten verschiedener Komponenten zu untersuchen, lassen sich absichtlich Fehler induzieren und deren Auswirkungen analysieren. Für eine geringe Anzahl von Fehlern ist dieser Ansatz mit realen Prototypen noch machbar, bei zunehmender Anzahl der Tests ist das aber eine recht umfangreiche und teilweise nicht durchführbare Aufgabe. Besonders dann, wenn durch den Test Bauteile zerstört werden und für einen Nachfolgtest nicht direkt wieder verwendet werden können sowie die Nachvollziehbarkeit der Auswirkungen bezüglich des induzierten Fehlers schwierig wird. Ein simulationsbasierter Ansatz birgt Vorteile, da die Tests vollständig reproduzierbar sind und sich die Auswirkungen eines induzierten Fehlers nachvollziehen lassen. Zum anderen lassen sich diese Tests automatisieren, wodurch ein Zeitgewinn beim Testen erzielt wird. Dies bezieht sich sowohl auf die Induktion der Fehler als auch auf die Auswertung der Auswirkungen.