Referenzprüfung von Automobilelektronik

Für die Referenzprüfung des stetig ansteigenden Elektronikanteils im Automobilbereich hat Reinhardt in seine Software für In-circuit- und Funktionstestsysteme standardmäßig das Werkzeug »Referenzprüfung« implementiert.

Um Qualitätsnormen für Automobilelektronik (96 bis 98 Prozent Funktionssicherheit) zu erfüllen, sind umfassende Prüfungen notwendig, vom In-circuit-Test, der die Baugruppe auf Bauteil- und Verbindungsfehler prüft, bis zum nachfolgenden Funktionstest, der so weit wie möglich die Funktion prüft.

Im In-circuit-Test gibt es aus physikalischen Gründen einige Unzulänglichkeiten, welche gewisse Einschränkungen bedeuten. Dazu gehören das Testen von Abblockkondensatoren der ICs, das Testen von Ucc und Masseverbindungen an LSIs sowie das Prüfen von Hochspannungsschutzeinrichtungen wie Varistoren.

Diese Einschränkung, welche rein physikalisch bedingt ist und auch von keinem anderen Testverfahren ersetzt werden kann, reduziert erfahrungsgemäß den In-circuit-Test auf 92 bis 96 Prozent Funktionssicherheit. Außerdem hat der Funktionstest die Einschränkung, dass nur Testschritte entwickelt werden können, bei denen die Vorstellung existiert, dass dieses Bauteil oder diese Funktion fehlerhaft sein könnte. Folglich ist es nur möglich, einen Testschritt zu entwickeln, wenn ein Fehlerbild in Erfahrung gebracht wurde.

Wenn dann noch ein optischer Test durchgeführt wird, der neben der Lötqualität vor allem die Positionierung von elektromechanischen Bauteilen wie Steckern, Transformatoren, Spulen, Relais und Halbleitern überprüft, lässt sich annähernd ein Optimum an Prüfsicherheit erreichen. Dieses Maximum liegt jedoch, nicht bei 100, sondern zwischen 96 und 98 Prozent.

Darüber hinaus sollte das verwendete Testsystem auch die notwendigen Grund-, aber auch Langzeitgenauigkeiten aufweisen, um auch in der Serie bei Temperaturschwankungen zwischen 18 und 30 °C eine sichere und wiederholbare Prüfgenauigkeit zu liefern. Aus diesen Gründen heraus hat sich in der Automobilindustrie die Referenzprüfung etabliert, bei der nach einer vorgegebenen Anzahl von Prüflingen eine Referenzprüfung erfolgt, um die gemessenen Parameter der zur Zeit laufenden Serie mit dem Referenzprüfling zu vergleichen. Diese Referenzprüfung lässt sich durch die Software von Reinhardt variabel gestalten.

Im Programmierfeld »Qualitätsmanagement« lässt sich die Anzahl der Durchläufe vorwählen - Entweder per Stückzahl- oder Zeitdauer-Angabe, wann eine Referenzprüfung notwendig wird. Dadurch wird der Referenzprüfling sicher erkannt und hat eine klar erkennbare Seriennummer, die sich wiederum von Hand, Barcode oder elektronischen Daten-Code vom Testsystem einlesen lässt und anhand des Software-Protokolls erkannt und bearbeitet wird. Dieses Software-Modul hat Reinhardt in all seine Testsysteme implementiert.