Entwicklung + Test Prüfstand für den komplexen Steuergeräteverbund

Steuergerätetests können komplex ausfallen. Hier schafft das VT-System Abhilfe, mit dem flexible automatisierte Tests möglich sind.
Steuergerätetests können komplex ausfallen. Hier schafft das VT-System Abhilfe, mit dem flexible automatisierte Tests möglich sind.

Steuergerätetests können komplex ausfallen. Das trifft umso mehr zu, wenn ein Verbund aus fünf bis neun Steuergeräten auf einmal zu testen ist. Dafür hat die EvoBus GmbH einen Komponentenprüfstand auf Basis des VT Systems von Vector Informatik in Betrieb genommen. Ergebnis: Flexible, automatisierbare Tests ermöglichen eine hohe Testabdeckung sowie eine genaue Reproduzierbarkeit aller Testfälle.

Im Omnibusbereich gilt der Anspruch, mit den technischen Bedingungen eines Nutzfahrzeuges ein Fahrzeug zu erstellen, das in Hinblick auf Komfort einem Pkw in Nichts nachsteht. Im Fokus befindet sich die Entwicklung von Plattformsystemen, die eine Vielzahl von bis zu 120 Funktionen auf einer gemeinsamen Hardware abbilden. Die Komplexität reicht dabei von sehr einfach bis sehr kompliziert. Diverse Kombinationsmöglichkeiten einzelner Funktionen miteinander sind eine weitere Anforderung. Ein hoher Anspruch an Individualität und die Berücksichtigung spezifischer Kundensonderwünsche, teilweise sogar noch kurz vor Auslieferung, erfordern eine hohe Modularität und Flexibilität der Architektur im Bereich der Aufbau- und Komfortelektronik. Bei den im Vergleich mit der Pkw-Industrie niedrigen Stückzahlen ist eine Wiederverwendung in allen Baureihen (Stadt-, Überland- und Reisebusse) erwünscht. Durch vereinheitlichte adaptierbare Hardware lassen sich Synergieeffekte nutzen und Kosten reduzieren.

Die E/E-Anforderungen bei Bussen unterscheiden sich in einigen Punkten erheblich von denen des Pkw-Bereichs, weil die Ausstattungen eines Omnibusses weitaus mehr von individuellen Kundenwünschen bestimmt sind. Dieser Fakt ist auf Seiten des E/E-Konzepts zu berücksichtigen und erfordert eine durchdachte Modularität und Flexibilität. Die Elektronik(-Hardware) soll innerhalb der gesamten Omnibus-Produktpalette möglichst breit einsetzbar und jeweils kostengerecht adaptierbar sein. Zu den weiteren Herausforderungen zählen die Reduktion von Kraftstoffverbrauch und Abgasemissionen sowie die Weiterentwicklung aktiver und passiver Sicherheits- und Assistenzsysteme.

Um diese Forderungen flexibel im E/E-Konzept abzubilden, hat EvoBus ein skalierbares Multiplexsystem, das so genannte Mux-System, entwickelt. Aus bis zu neun Modulen bestehend, bildet dieses System innerhalb der Elektronikarchitektur eine Art verteiltes System im verteilten System. Hard- und Firmware des Mux-Systems sind wie Middleware zu betrachten, die die Grundlagen und Werkzeuge zur Applikationsentwicklung bereitstellt. Diese Middleware ist dank IEC61131-konformer und herstellerspezifischer Logikbausteine frei programmierbar und unterhalb der Anwendungsebene positioniert. Die einzelnen Mux-Module sind auf verschiedene Busstränge des gesamten Fahrzeugnetzwerks verteilt, bestehend aus fünf Haupt-CAN-Bussen für die Bereiche Antriebsstrang, Fahrwerk, Innenraum, Telematik und Diagnose sowie zahlreiche LIN-Subnetze.