Ein Offline-Client im Testmanagement unterstützt alle Bereiche der Qualitätssicherung Mobiles Testmanagement erleichtert Fahrzeugerprobung

Durch den wachsenden Anteil der Elektronik im Automobil stehen Automobil-Hersteller und Zulieferer vor neuen Herausforderungen. Denn es sind nicht mehr nur „mechanische“ Elemente, sondern zunehmend auch komplexe Elektronik-Komponenten und -Systeme, die in eine umfassende Qualitätssicherungs-Strategie eingebunden werden müssen. Neue Werkzeuge und Management-Prozesse sind hierfür erforderlich.

Ein Offline-Client im Testmanagement unterstützt alle Bereiche der Qualitätssicherung

Durch den wachsenden Anteil der Elektronik im Automobil stehen Automobil-Hersteller und Zulieferer vor neuen Herausforderungen. Denn es sind nicht mehr nur „mechanische“ Elemente, sondern zunehmend auch komplexe Elektronik-Komponenten und -Systeme, die in eine umfassende Qualitätssicherungs-Strategie eingebunden werden müssen. Neue Werkzeuge und Management-Prozesse sind hierfür erforderlich.

In der Automobilindustrie werden an Produkte und Dienstleistungen hohe Qualitätsansprüche gestellt. Durch den wachsenden Anteil der Elektronik im Automobil stehen deshalb Hersteller und Zulieferer zum Erreichen hoher Qualitätsziele vor neuen Herausforderungen. Denn neben mechanischen Qualitätskriterien spielen in der Elektronik zunehmend Begriffe wie Zeitverhalten, Schnittstellenverhalten, Komplexität, Querbeeinflussung, Stabilität und Zuverlässigkeit eine wichtige Rolle. Daher wird zunehmend in die Erprobung der Automobilelektronik-Entwicklung investiert.

Um diesen Mehraufwand im Rahmen zu halten und in Zukunft Qualitätsmängel in den Serienanläufen zu vermeiden, müssen neue Werkzeuge und Entwicklungsprozesse eingeführt werden. Um diese Entwicklungsprozesse zu gestalten, können Prozesserfahrungen aus der IT- und Automatisierungstechnik genutzt werden. Für die Spezifikationsphase im Entwicklungsprozess werden bereits verstärkt softwarebasierte Werkzeuge eingesetzt. Dieses formale Vorgehen bringt qualitative Vorteile mit sich und kann mit einem Testmanagement-System auf den Testprozess ausgedehnt werden. Die Tool-unterstützte Spezifikation allein ist jedoch noch kein Garant für einen Qualitätsstand. Nur mit einer frühzeitigen Einbindung des Tests in die Projekte und mit geeigneten Werkzeugen im Test wird in Zukunft eine verbesserte Qualitätsaussage möglich sein.

Testmanagement in der Automobilelektronik-Entwicklung

Der aktuelle Testprozess in der Elektronikentwicklung ist gekennzeichnet durch listen- bzw. tabellenbasierte Dokumente. Für die Testvorbereitung, -durchführung und -auswertung stehen oft nur Einzellösungen bereit. Verknüpfungen zwischen diesen Teilprozessen sind nur mit einem hohen manuellen Aufwand möglich. Eine einheitliche Prozessabbildung bzw. eine Projektanalyse und -auswertung sind so nicht gewährleistet. In vielen Fällen werden beim Test nur Fehlerdaten gesammelt – und die positiven Testergebnisse stehen zur Auswertung nicht bereit.

Die Einführung eines Testmanagement-Systems hat zum Ziel, Qualitätsaussagen zu verbessern und die Effektivität im Testprozess zu erhöhen. Dazu zählen eine hohe Prozesssicherheit im Test sowie schnell verfügbare und aussagekräftige Ergebnisse. Folgende Anforderungen an den Einsatz eines Testmanagement-Systems lassen sich daraus ableiten:

  • ie durchgehende Abbildung des gesamten Testprozesses durch ein Tool,
  • die einheitliche Dokumentation der Testergebnisse und
  • die Verlinkung der Teilprozessschritte untereinander.

Durch ein Testmanagement-System müssen letztlich alle testrelevanten Aktivitäten zusammengefasst werden. Ebenso sollte eine sinnvolle Anbindung von zusätzlichen Tools z.B. an Spezifikationen bzw. Testautomatisierungen über geeignete Prozessschnittstellen dazu zählen. Für die Auswertung der Testergebnisse ist eine einheitliche und komplexe Analyse aller Daten aus den Testprozessen erforderlich. Sinnvolle Ergänzungen zur Organisation von Testprojekten wären die Einbindung von Komponenten zur Projektplanung, Ressourcen-Planung und Versionsverwaltung.

Unabhängig von der Nutzung eines Testmanagement-Systems wird zu Projektbeginn ein Testkonzept entworfen, mit dem u.a. die eingesetzten Testmethoden, Testschwerpunkte, funktionale Testszenarien und die Bewertungsmaßstäbe für die Testergebnisse festgelegt werden. Auf Grundlage der Spezifikation werden nach den Richtlinien aus dem Testkonzept Test Cases erstellt und die entsprechende Testumgebung festgelegt. Die zu testenden Features werden bezüglich der zeitlichen und inhaltlichen Umfänge der Musterstände in eine Testplanung übernommen (Bild 1). Ohne eine Dokumentation von positiven Testergebnissen bleibt jedoch nur die Möglichkeit, die Qualität anhand der Fehlerdokumentation einzuschätzen.

Mit einem Testmanagement-System können die Testanforderungen eines Projektes strukturiert abgelegt werden. Die Test Cases können in einem Testplan hierarchisch strukturiert und den Testanforderungen zugeordnet werden. Basierend auf den Test Cases, werden zu den Musterständen Test Sets zusammengestellt. Der Umfang der Test Sets beruht hauptsächlich auf den laut Featureplan umgesetzten Funktionen, den behobenen Fehlern sowie regelmäßigen Standardtests. Da die Testanforderungen den Testdurchführungen gegenüber gestellt werden können, können schnelle und direkte Aussagen zum Erprobungsstatus und eine erste Aussage über den Stand der erreichten Qualität gemacht werden. Aus der Dokumentation fehlerbehafteter Testläufe lassen sich direkt Fehlereinträge erzeugen. Der Fehlereintrag ist dann durch den Link zum entsprechenden Testlaufergebnis zurückverfolgbar. So sind alle Testdaten aus dem Erprobungsprozess miteinander verlinkt und können jederzeit zu einer einheitlichen Auswertung herangezogen werden (Testanforderungen, Test-Case-Erstellung, Testplanung, Testdurchführung, Fehler). Und die Datenanalyse erlaubt sowohl eine Momentaufnahme als auch den Änderungs-Verlauf der Testergebnisse sowie Fehlerverlauf und Feature-Umsetzungsfortschritt.

Durch die einheitliche und strukturierte Datenhaltung in einem Testmanagement-System entsteht aus den darin gesammelten Daten ein projektübergreifender „Know-how-Speicher“, der es erlaubt, Testdaten in Neu- und Folgeprojekten erneut zu verwenden.

Durch automatisierte Tests lässt sich die Effektivität im Testprozess zusätzlich steigern: Der anfänglich höhere Aufwand für die Erstellung automatisierter Abläufe kompensiert sich durch die Wiederverwendbarkeit von häufig genutzten Testabläufen bzw. durch eine hohe Wiederholrate in Regressionstests für viele Musterstände. Für eine einheitliche Dokumentation im Testprozess muss die damit verbundene Testautomatisierung über geeignete Schnittstellen in das Testmanagement-System integriert werden. Automatisierte Tests werden vom Testmanagement-System angestoßen und die Testergebnisse dann nach dem Test an das Testmanagement-System übergeben. Letzteres dient dabei als Klammer zwischen der elektronischen Spezifikation und der automatisierten Testdurchführung. Notwendige Parameter in dem Automatisierungsprogramm können aus der Spezifikation über das Testmanagement-System weitergegeben werden.