b-plus Entwicklungswerkzeug zur SOME/IP-Simulation

b-plus unterstützt die Entwicklung von SOME/IP-basierenden Steuergeräten mit dem Simulator NETTucan. Das Tool ermöglicht es, fehlende Netzteilnehmer virtuell nachzustellen und die Kommunikation im Netzwerk zu simulieren.

Automotive Ethernet bringt eine komplett neue Netzwerktechnologie ins Fahrzeug. Mit dem Einsatz von SOME/IP, einer Middleware für automobile Kontrollkommunikation, lassen sich Kommunikationsumfänge besser skalieren und folglich die verfügbare Bandbreite optimal nutzen. Der NETTucan arbeitet ähnlich wie Restbussimulatoren über CAN. Als einfachstes Beispiel dient die Simulation von Wake-up-Signalen bei Klemme-30-Steuergeräten, um ein „Einschlafen des Steuergerätes“ zu verhindern.

Beim Stand-Alone-Betrieb für Dauertests, Burn-In Tests oder Umweltsimulationen startet die hinterlegte Konfiguration automatisch ohne Host-PC. Die Konfiguration des NETTucan erfolgt durch einen Konverter. Das eingesetzte Konfigurationsformat erweitert die standardmäßigen Signalinformationen des Steuergeräts um notwendige Parameter wie z.B. Signalform oder -wert. Der Entwickler hat hier die Möglichkeit, individuelle Anpassungen selbst durchzuführen. Alle konfigurierbaren Optionen sind verfügbar, z.B. Botschaftszähler, Rampen, CRCs usw.

Mit dem SOME/IP Service Discovery (SD) werden vorhandene „ServiceOffer“ automatisch abonniert („Subscribe“). Dies soll dem Entwickler bei der Suche von Fehlern bereits im frühen Stadium helfen, da die Systemlast schon im Labor sehr fahrzeugnah ist. Die Möglichkeit, Fehlersituationen am Entwicklertisch erzeugen zu können (z.B. Manipulation von SOME/IP-Headern), bringt oft den erhofften zeitlichen Vorsprung gegenüber der intensiven Analyse von Aufzeichnungen aus Fahrzeugen.

Der SOME/IP-Simulator kann mehrere Netzwerkknoten wie zum Beispiel ECUs simulieren und benötigt dabei keinerlei weitere Komponenten. Für eine ECU-Virtualisierung simuliert man hierbei fehlende Steuergeräte per SOME/IP. Dabei besitzt der NETTucan in seiner Standardfunktionalität einen Simulationsport und verfügt über den Medienkonverter NETLion über eine optionale BroadR-Reach Anbindung. Zusätzlich ist über den NETLion im Betriebmodus „Netzwerk TAP“ das Auskoppeln, sprich Überwachen oder Loggen, des Netzwerkverkehrs zwischen ECU und NETTucan-Simulator möglich.

NETTucan wurde erstmalig auf dem Automotive Ethernet Congress am 3.-4. Februar in München vorgestellt.