Einfaches Testen von Fahrerassistenzsystemen

Ein neues Software-Werkzeug für kamerabasierte Fahrerassistenzsysteme verbindet die Vorteile von Hardware-in-the-Loop-Untersuchungen (HiL) mit denen realer Erprobungsfahrten.

Kamerabasierte Fahrerassistenzsysteme wie etwa Spurhalte-, Nachtsicht- und Abstandsregel-Assistenten oder Fußgänger-, und Verkehrszeichenerkennung sind in Automobilindustrie weiterhin auf dem Vormarsch. Allerdings nimmt in modernen Fahrzeugen nicht nur die Anzahl, sondern auch der Funktionsumfang der stark vernetzten elektronischen Schutzengel kontinuierlich zu. Umso wichtiger wird das ausführliche Testen der Funktions-Software in allen Entwicklungsphasen.

Mit PROVEtech:VL von MBtech, einer ab September 2009 erhältlichen Software-Eigenentwicklung lassen sich Fahrerassistenzsysteme einfacher und kostengünstiger testen. Auf dem Weg zur Serienreife wurden Fahrerassistenzsysteme bisher vorwiegend im realen Fahrbetrieb mit bis zu 36 Millionen Testkilometern erprobt. Dank PROVEtech:VL lässt sich die Software-Qualität von aktiven, kamerabasierten Sicherheitsfunktionen nun bereits in einer HiL-Umgebung wirklichkeitsgetreu überprüfen. Jeder Test verläuft automatisiert, das heißt die Anordnungen sind beliebig oft reproduzierbar, die Parameter einfach zu variieren und das Feedback zu Systemreaktionen erfolgt in Echtzeit.

Zur Erschaffung der fotorealistischen virtuellen Welt wählen die Anwender zunächst das gewünschte, grundlegende Streckenprofil aus, beispielsweise aus standardisiertem Kartenmaterial wie Open Street Map. Danach können sie aus Objektdatenbanken beliebig Häuser, Bäume, Verkehrsschilder und andere Gegenstände entlang der Route platzieren. Die für zuverlässige Laboranalysen von Steuergeräten erforderliche Testtiefe erreicht PROVEtech:VL jedoch durch eine zusätzliche Funktion: Alle Objekte und Streckenprofile lassen sich durch Testszenario- Parameter wie etwa Farben, Verschmutzungsgrad, Wetter- und Lichtverhältnisse, Fahrbahnbreite, Verkehrsdichte und sogar Fahrstile der virtuellen Verkehrsteilnehmer realitätsgetreu weiter spezifizieren. Genau damit liefert MBtech die passende Antwort auf ein Defizit bisheriger Systeme: Anstatt im Labor lediglich überprüfen zu können, ob die elektronischen Helfer beispielsweise Fahrspuren überhaupt registrieren, diagnostiziert PROVEtech:VL, ob diese unter allen Bedingungen erkannt werden. Damit sichert das neue MBtech Testwerkzeug die Funktion von Steuergeräten mit fusionierten Sensordaten - zusätzlich zu den üblichen Testverfahren - nun bereits im Labor ab.