Continental Touch-Display mit aktiver haptischer Rückmeldung

Die integrierte Suchhaptik ermöglicht das Erfühlen virtueller Kanten auf der Displayoberfläche.
Die integrierte Suchhaptik ermöglicht das Erfühlen virtueller Kanten auf der Displayoberfläche.

Continental hat ein Touch-Display mit haptischem Feedback als Muster mit serienreifer Technologie vorgestellt. Dabei handelt es sich um einen berührungsempfindlichen, automobiltauglichen Bildschirm mit einer Diagonale von 8 Zoll, in dem ein haptisches Aktuatoren-System eingebaut ist.

Die Bedienung von Touchscreens erfordert eine aufwändige Hand-Auge-Koordination und kann für den Fahrer zu einer zeitweisen Ablenkung führen. Um das gewünschte Bedienelement zu finden, zu treffen und sich zu vergewissern, dass die beabsichtigte Funktion wirklich ausgelöst wurde, müssen Autolenker ihre Aufmerksamkeit unter Umständen mehrere Sekunden vom Verkehrsgeschehen abwenden und sind in dieser Zeit „im Blindflug“ unterwegs.

Mit dem neuen Display, das aktiv haptisches Feedback gibt, will Continental eine Lösung für dieses Problem bieten. Die Neuheit dieses Displays mit integriertem Touchscreen ist der durch den Finger spürbare Bewegungsimpuls, der zurückmeldet, dass der gewünschte Bedienvorgang ausgelöst und vom System verstanden wurde. Dabei stellt der Einsatz im Fahrzeug zusätzliche Anforderungen: So sorgt etwa eine fein abgestimmte Krafterkennung dafür, dass sich versehentliche Berührungen von beabsichtigten Bedienvorgängen unterscheiden lassen.

Die Aktuatoren des Displays sind im Wesentlichen aus einer elektromagnetischen Spule mit zwei Wicklungen aufgebaut. Sie lösen in entsprechenden Bediensituationen die für den Anwender deutlich spürbare mechanische Rückmeldung aus und dienen gleichzeitig der Messung der einwirkenden Kraft. Sie sind hinter den Bauelementen des Touch-Displays angeordnet und liegen somit unter der durch Bonding verbundenen Schichten (Schutzglas, kapazitiver Sensor, Display) des Bildschirms. Die Bedingungen für den Einsatz im Fahrzeug sowie das Grundprinzip der aktiven haptischen Rückmeldung setzen dabei einen besonders steifen Aufbau der einzelnen Bauelemente voraus. Die hier vorgestellte Lösung ist je nach Anforderungen der Fahrzeughersteller auch auf höhere Displaygrößen skalierbar. Derzeit erscheint eine Anwendung des haptischen Feedbacks für Displaygrößen von 12,3 Zoll technisch möglich.

Bei der taktilen Rückmeldung des Haptic Feedback Displays ist mit bloßem Auge keine mechanische Bewegung zu erkennen. Tatsächlich beträgt der „Ausschlag“ nur etwa ein Zehntel Millimeter. Da er jedoch mit sehr hoher Beschleunigung erfolgt, ist der so generierte mechanische Impuls mit dem Finger sehr klar zu spüren. Die Rückmeldung erfolgt dabei prinzipiell immer auf der gesamten Displayfläche. Charakteristik und Intensität der haptischen Rückmeldung sind frei konfigurierbar, so dass sie sich zum Beispiel an markenspezifische Haptik-Vorgaben der Fahrzeughersteller anpassen lassen. Zudem könnten sie sich neben der Bediensituation zum Beispiel auch der jeweiligen Fahrsituation anpassen.

Das von Continental für sein Haptic Feedback Display entwickelte Bedienkonzept wurde dabei speziell für die Berücksichtigung taktiler Rückmeldungen und Minimierung der Fahrerablenkung entwickelt. Es beinhaltet unter anderem den sicherheitswirksamen Aspekt einer „Such-Haptik“:

Fährt der Fahrer mit dem Finger über das Display, informiert ihn die haptische Rückmeldung über die Begrenzungen von Bedienelementen. Mit einer solchen „Fühlhilfe“ kann der Nutzer zum Beispiel mehrere virtuelle Tasten unterscheiden, ohne dabei auf das Display schauen zu müssen.

Continental plant die Serienreife seines Haptic Feedback Displays für 2017.