Prototypenentwicklung für die nächste Generation

Fahrzeuge von Toyota werden ab 2010 mit einer neuartigen Plattform für Multimedia-Informationssysteme ausgestattet sein, deren Prototyp nunmehr von der NEC-Gruppe vorgestellt wurde...

Fahrzeuge von Toyota werden ab 2010 mit einer neuartigen Plattform für Multimedia-Informationssysteme ausgestattet sein, deren Prototyp nunmehr von der NEC-Gruppe vorgestellt wurde. Die Plattform soll jedoch auch anderen Herstellern mit dem Ziel angeboten werden, sie als Industriestandard für Fahrzeuginformationssysteme zu etablieren.

NEC (www.nec.com) und die NEC Electronics Corporation (www.necel.com) haben die Prototypenentwicklung von System-LSI-Chips und Betriebssystemen (OS) abgeschlossen, die als Plattform für Fahrzeuginformationssysteme der nächsten Generation dienen werden. Der Prototyp wurde in Zusammenarbeit mit Toyota Motor Corp., Aisin AW Co. und Denso Corp. entwickelt. NEC wird auch weiterhin mit diesen drei Unternehmen zusammenarbeiten, um die Plattform in Fahrzeugen von Toyota zu implementieren, die ab 2010 mit Multimedia-Informationssystemen ausgestattet sein werden. Außerdem will die NEC-Gruppe die Plattform mit dem Ziel anbieten, sie als Industriestandard für Fahrzeuginformationssysteme zu etablieren.

Die Plattform stellt zwei wesentliche Elemente für zukünftige Fahrzeuginformationssysteme zur Verfügung: eine verbesserte Kommunikation zwischen Mensch, Fahrzeug und Infrastruktur-Einrichtungen (Bild 1) sowie Schnittstellen für Video, Musik, Kommunikation etc.

Zum System-LSI-Chip auf der Plattform kommt ein Steuerungs-Betriebssystem hinzu, das die Fahrzeugsteuerung und bodybezogene Systeme in Echtzeit verwaltet, sowie ein Information-System-OS, das u.a. die Fahrzeugnavigation, Audiosysteme und die Kommunikation regelt. In diesem Umfeld entstehen ein vielfältiges Angebot an Benutzerschnittstellen sowie neue Funktionen wie etwa die Fahrzeugsteuerung anhand von digitalem Kartenmaterial oder Verkehrsinformationen sowie Ferndiagnosedienste auf Basis von hinterlegten Abfragedaten über den Fahrzeugzustand.

Der neue System-LSI-Chip und das OS (Bild 2) nutzen eine einheitliche Architektur. Das hilft, Entwicklungszyklen zu verkürzen und vereinfacht Konfigurierung und Anpassung.
Die einheitliche Architektur des neuen System-LSI-Chips basiert auf dem gemeinsam von ARM und der NEC-Gruppe entwickelten symmetrischen Multicore-Prozessor ARM11 MPCore. Sie vereinfacht die Konfigurierung zusätzlicher und periphärer Funktionen, darunter ein für die Bilderkennung optimierter Parallel-Prozessor sowie Standard-I/O-Module wie PCI-Express für Hochgeschwindigkeitsdatenübertragung und Fahrzeugfunktionen wie Anzeigesteuerungen und Satellitennavigationssysteme (GPS).

Der Chip wurde von NEC Electronics unter Einsatz von DFT-Technologien zur erhöhten Zuverlässigkeit mit 55-nm-Siliziumprozessen entwickelt.

Die Plattform umfasst zwei Arten von Betriebssystemen, die nebeneinander auf einem Multicore-Prozessor installiert sind: ein Systemsteuerungs-OS zur Fahrzeugsteuerung und ein Information-System-OS, um die Ausweitung neuer Dienste zu berücksichtigen. Das Information-System-OS, das Funktionen wie Fahrzeugnavigation, Audio und externe Informationsquellen steuert, setzt auf Standard-APIs. Dadurch wird einerseits die Entwicklung neuer Anwendungen im Zuge der Fortentwicklung von Informationstechnologien vereinfacht und andererseits die Konfigurierung bei Einbindung externer Anwendungen erleichtert.