Neue Möglichkeiten in der Telematik

Telematik-Geräte, die automatisierte Abläufe und Telemetrie miteinander verbinden, entwickeln sich weiter und zeigen unter dem Begriff „Wireless Asset Management“ eine Menge neuer Möglichkeiten.

Telematik-Geräte, die automatisierte Abläufe und Telemetrie miteinander verbinden, entwickeln sich weiter und zeigen unter dem Begriff „Wireless Asset Management“ eine Menge neuer Möglichkeiten.

INHALT:
Weiterentwicklung war vorgezeichnet
Das DVTM-Softwaremodell
Anwendungen in der Praxis

Viele Telematik-Geräte verdanken ihre Existenz Automotive-Anwendungen. So wurden etwa „Track & Trace“-Services entwickelt, um gestohlene Fahrzeuge zu ihrem Besitzer zurückzubringen. Möglich wurden diese Applikationen durch Techniken wie GPS zur Positionsbestimmung und GSM/GPRS-Mobilfunk, um die Daten zu übertragen. Die Anwendungen wurden laufend anspruchsvoller und ermöglichten eine Vielzahl an neuen Diensten. Die Hauptfunktion dieser Geräte war jedoch immer noch dieselbe, denn die Applikation war direkt an eine spezielle Funktion geknüpft – konfiguriert werden konnte nur innerhalb eines begrenzt vorgegebenen Rahmens.

Weiterentwicklung war vorgezeichnet

Die größten Kostentreiber in den ersten Telematik-Geräten waren die drei wichtigsten Komponenten: GPS-Navigation, GPRS-Mobilfunk und der Speicher, welche zusammen für mindestens 60 Prozent der Gesamtkosten verantwortlich waren. In der Zwischenzeit hat man gelernt, wie die Anforderungen an Geräte in mobilen Applikationen aussehen: Die Technik wurde zuverlässiger und mehr auf den Bedarf der jeweiligen Service-Provider zugeschnitten.

Allerdings wurden auch alternative Techniken entwickelt, denn die zunehmende Netzwerk-Bandbreite und Anzahl der eingesetzten Geräte reduzierten die Verbindungskosten. Weiterentwickelte GPS-Navigations-Module und die Aussicht auf das europäische Satelliten-Navigationssystem Galileo haben die Aufmerksamkeit der Branche auf sich gezogen. Die Forderung nach einer standardisierten Hardware-Plattform wurde laut, die in der Lage ist, eine Vielzahl parallel ablaufender Anwendungen unter verschiedenen Betriebssystemen zu unterstützen.

Eine interessante Entwicklung in diesem Bereich kommt von TES Electronic Solutions in Zusammenarbeit mit Texas Instruments – genutzt wird dabei der Dual-Core-Prozessor „DaVinci“. Unter der Bezeichnung DVTM entsteht aus diesem Plattform-Konzept die Basis einer neuartigen Kategorie von „Thin Client“-Geräten, mit denen es einem Service-Provider möglich ist, komplexe Applikationen in seiner Arbeits-Umbebung zu entwickeln, während gleichzeitig das Hardware-Design in Bezug auf Kosten und Funktion optimiert werden kann.

Das Konzept ist vom Wettstreit der Betriebssysteme unabhängig, denn eine Linux-Plattform ist ebenso denkbar wie eine voll ausgestattete „Windows Mobile“-Plattform; ebenso kann als Alternative ein kommerziell verfügbares Betriebssystem wie QNX zum Einsatz kommen.

Im Gegensatz zu früheren Embedded-Geräten, deren Entwicklung spezifisches Expertenwissen erforderte, lassen sich selbst kritische Applikationsentwicklungen von Programmierern durchführen, die selbst kein tiefgehendes Wissen über die physikalischen Geräteeigenschaften haben.

Doch es gibt auch einige Punkte kritischer zu beleuchten: So sind, verglichen mit früheren Embedded-Systemen, die Speicher-Anforderungen eines solchen neuen Gerätes enorm. Wo man früher mit einer Speicherkapazität von etwa 64 Kbyte zurecht kam, benötigt man heute in einer DVTM-Plattform mindestens 64 Mbyte SDRAM und 32 Mbyte Flash-Speicher. Durch den dramatischen Verfall der Speicherkosten ist dieser Faktor allerdings unerheblich geworden. Ein Pluspunkt ist, dass die einst so kompliziert zu bedienenden PC-/PDA-Entwicklungs- und Netzwerkumgebungen heute weitestgehend standardisiert und unkompliziert bedienbar sind.

Schwerer einzuschätzen sind die „Launen“ des Mobilfunk-Netzes. Man könnte meinen, die darin eingeloggten Geräte seien „ständig verbunden“. In Wirklichkeit sind sie es aber nicht (zumindest wenn man harte Echtzeit-Anforderungen zugrunde legt). Applikationsentwickler sollten sich also darüber im Klaren sein, dass sie es mit virtuellen und nicht in Echtzeit stattfindenden Abläufen zu tun haben.