Tiefer Griff in die Bildschirm-Trickkiste Neue Anzeigesysteme im Range Rover

Ziel bei der Gestaltung des Range-Rover-Innenraums für das Modelljahr 2010 war es, die Qualitätsanmutung zu steigern und den gelegentlich kritisierten Charakter eines Nutzfahrzeugs verschwinden zu lassen. Dazu hat Land Rover tief in die Bildschirm-Trickkiste gegriffen.

Zeitgleich mit Mercedes bietet Land Rover (www.landrover.de) im Range Rover ein Dual-View-Display als zentrales

Anzeigeinstrument (Bild 1). Auf dem zwölf Zoll großen und als Touchscreen ausgeführten Display können Fahrer und Beifahrer unterschiedliche Inhalte betrachten. Beispielsweise kann der Fahrer das Navigationssystem nutzen und die Route verfolgen, während der Beifahrer eine Fernsehsendung ansieht. Als Zulieferer für dieses System wurde Denso ausgewählt, das eigentliche Display stammt von Sharp. Ebenfalls eine Neuerung im Range Rover (nicht im Range Rover Sport) ist das 12,3-Zoll-TFT-Display, das die konventionellen Rundinstrumente im Instrumentenkombi ersetzt und von Visteon zugeliefert wird. Beim Aufschließen zeigt es ein neutrales Hintergrundbild sowie einige Basisinformationen wie Uhrzeit, Datum, Temperatur und Kilometerstand. Erst beim Anlassen erscheinen die gewohnten Rundinstrumente sowie die üblichen Piktogramme für Warnmeldungen. Lediglich die Airbag-Kontroll-Leuchte und eine Sicherheits- LED für die Blinksicherheitsbestätigung wurden, wie vom Gesetzgeber gefordert, festverdrahtet ausgeführt.

Im Bereich zwischen den beiden virtuellen Rundinstrumenten werden bei Bedarf Infotainment- oder auch Fahrzeugszustands- Informationen dargestellt. Reicht der Platz dafür nicht aus, etwa wenn komplexe Informationen über den Status des Allradantriebs dargestellt werden müssen, wird die Darstellung der Geschwindigkeitsanzeige teilweise nach rechts aus dem Darstellungsbereich geschoben (Bild 2). Um eine klar erkennbare Darstellung unter allen Lichtbedingungen zu gewährleisten, kommen beim Instrumentenkombi- Display eine LED-Hinterleuchtung sowie eine Rauchglasbeschichtung zum Einsatz. Da die Wärmeabgabe dieser LEDs zusammen mit hohen Außentemperaturen thermische Probleme verursachen könnte, wurde ein Lüfter mit entsprechenden Luftleitkanälen im Instrumententräger integriert. Der Lüfter versorgt zudem das Dual-View-Display in der Mittelkonsole mit Kühlluft. Auch bei niedrigen Temperaturen, im Bereich von etwa –20 °C, wären Darstellungsfehler des TFT-Displays zu erwarten. Um bei den Nadelgrafiken in Drehzahlmesser und Tacho die langsamere Schaltgeschwindigkeit zu überspielen, werden ggf. die Nadeln durch eine Streifendarstellung am äußeren Rand des jeweiligen Rundinstruments ersetzt. Erst wenn die Systemtemperatur auf ein unkritisches Maß angestiegen ist, wird wieder auf die Zeigerdarstellung zurückgegriffen.