Schnelle Veränderungen der digitalen Unterhaltungselektronik stellen Automobilzulieferer vor neue Herausforderungen Multimedia im Auto

War noch gestern das Einbauradio mit CD-Wechsler der letzte Schrei, wird man in Autos schon in naher Zukunft ein Multimedia-Center mit unterschiedlichen Schnittstellen zu tragbaren Geräten und Speichermedien vorfinden. Deren unüberschaubare Vielzahl ist aber genau das Problem der Automobilhersteller. Die Unterhaltungselektronik verändert sich rasend schnell, und die Industrie kommt mit der Integration der neuesten Geräte nicht mehr hinterher. Deshalb sind Automobilzulieferer gezwungen, neue Konzepte zu entwickeln, um schneller auf Veränderungen reagieren zu können.

Schnelle Veränderungen der digitalen Unterhaltungselektronik stellen Automobilzulieferer vor neue Herausforderungen

War noch gestern das Einbauradio mit CD-Wechsler der letzte Schrei, wird man in Autos schon in naher Zukunft ein Multimedia-Center mit unterschiedlichen Schnittstellen zu tragbaren Geräten und Speichermedien vorfinden. Deren unüberschaubare Vielzahl ist aber genau das Problem der Automobilhersteller. Die Unterhaltungselektronik verändert sich rasend schnell, und die Industrie kommt mit der Integration der neuesten Geräte nicht mehr hinterher. Deshalb sind Automobilzulieferer gezwungen, neue Konzepte zu entwickeln, um schneller auf Veränderungen reagieren zu können.

Zunächst stellt sich die Frage, welche Ansätze es dem Automobilhersteller erlauben, möglichst schnell auf Veränderungen im Markt zu reagieren. Hierzu gibt es im Wesentlichen zwei Lösungsansätze. Zum einen das Multimedia-Gateway, das sich durch Flexibilität und verkürzte Produktentwicklungszeiten auszeichnet, und zum anderen die Zentraleinheit- Integration, die einen wesentlich höheren Integrationsaufwand erfordert, dafür aber kostengünstiger ist. Beide Lösungsansätze haben gemein, dass sie freiprogrammierbare, multimedia-taugliche Prozessoren verwenden, die jederzeit mit neuen Software-Updates ausgestattet werden können. Somit ermöglichen sie es dem Automobilhersteller, adäquat auf den schnellen Wandel in der Elektronikwelt zu reagieren.

Mit der Einführung des Multimedia- Gateway gibt es nun seit geraumer Zeit erste multimediale Lösungen für das Fahrzeug. Während die Zentraleinheit das allgemeine Benutzer-Interface (Human-Maschine-Interface, HMI) mit einer Vielzahl von Funktionen im Bereich Radio und CD, Kommunikation, Navigation und allgemeine Fahrzeugeinstellungen darstellt, ist das Gateway zunächst auf die multimedialen Aufgaben beschränkt. Dabei trennt das Gateway die Audiogeräte von der Automobilelektronik und bildet somit eine „Firewall“ zwischen den beiden Domänen (Bild 1).

Die Hauptaufgaben des Multimedia- Gateway bestehen in der Adaption und Umsetzung der proprietären und standardisierten Kommunikationsprotokolle wie z.B. Bluetooth und USB sowie der Decodierung der digitalen Audioformate. Darüber hinaus ist ein Software-Upgrade für das Gateway jederzeit möglich.

Das Multimedia-Gateway kommuniziert typischerweise über einen CAN- oder MOST-Bus. Der CAN-Bus mit einer Bandbreite von ca. 1 Mbit/s dient lediglich als Steuerschnittstelle und eignet sich nicht zur Datenübertragung. Die multimedialen Inhalte werden in digitaler Form (PCM-Rohdaten) über den Multimedia-Bus (MOST) mit einer Bandbreite von bis zu 25 Mbit/s oder analog ausgegeben. Dabei lassen sich die Endgeräte über Medien-Schnittstellen wie zum Beispiel USB, SD-Karten oder das kabellose Bluetooth anschließen. Die Software mit den entsprechenden Treibern für CAN und MOST sowie USB OTG, SDIO und Bluetooth sorgt für die Decodierung der digitalen Audioformate und die Verwaltung der digitalen Rechte (DRM).

Hierfür werden auf der Automobilseite die entsprechenden Netzwerkdienste für MOST und CAN unterstützt. Ein entsprechendes Betriebssystem (RTOS) garantiert die Einhaltung der kritischen Echtzeit-Anforderungen. Auf der Endgeräteseite muss das Gateway standardisierte Kommunikationsprotokolle sowie proprietäre Protokolle unterstützen, um beliebte Geräte wie z.B. den iPod von Apple und den Zune-Spieler von Microsoft zu unterstützen. Zu den wichtigsten Standardprotokollen zählen USB OTG, SDIO und Bluetooth. In der Rolle des USB-Host lassen sich USBSpeicher und zahlreiche Multimedia- Geräte an das Gateway anschließen. Als USB-Device wäre es möglich, einen PC mit dem Gateway zu verbinden. Der USB- und SDIO-Software- Treiber sowie die entsprechenden Dateisysteme sind zumeist fester Bestandteil des Betriebssystems (Bild 2).