Continental Motorradhelm mit Head-up-Display

Auf der Intermot in Köln zeigt Continental vom 1. bis 5. Oktober 2014, welches Potenzial die Head-up-Display-Technologie im Motorrad-Bereich bieten könnte.
Auf der Intermot in Köln zeigt Continental vom 1. bis 5. Oktober 2014, welches Potenzial die Head-up-Display-Technologie im Motorrad-Bereich bieten könnte.

Mit einer Studie zu Head-up-Displays für Motorräder, die Continental gemeinsam mit dem Helmhersteller Skully Systems umgesetzt hat, zeigt das Unternehmen, wie sich Fahrzeug- und Umgebungsinformationen direkt ins Sichtfeld des Motorradfahrers projizieren lassen.

Head-up-Displays im Auto vermindern die Fahrerablenkung und sorgen damit für ein maßgebliches Plus an Sicherheit und Komfort. Diese Möglichkeiten überträgt Continentals Studie von der Windschutzscheibe auf den Motorradhelm. Im Sichtfeld des Fahrers erscheinen Informationen zu Geschwindigkeit, Navigation, Warnmeldungen oder motorradspezifische Features wie der Neigungswinkel. Das Head-up-Display übernimmt im Simulator auch den Schulterblick und zeigt dem Fahrer über eine rückwärtsgerichtete Kamera an, was im toten Winkel passiert. Der Blick kann permanent konzentriert auf der virtuellen Straße verbleiben, wodurch kritische Situationen schneller erfasst werden können.

Der Helm ist in dieser Produktstudie via Bluetooth 4.0 an eine elektronische Steuereinheit angebunden, die die Fahrzeugdaten analysiert und verarbeitet. Diese bezieht Informationen aus der unmittelbaren Umgebung und aus verschiedenen digitalen Quellen, ist aber ebenfalls eng mit der Sensorik und Fahrzeugelektronik verknüpft. Somit ist das System beispielsweise in der Lage, die Geschwindigkeit nicht nur über das GPS-Signal zu erfassen. Es korrespondiert mit der Geschwindigkeitserfassung des Motorrades und garantiert somit, dass derselbe Wert auf das Visier des Helms projiziert wird, der auch auf dem Tacho abzulesen ist.

Alle Informationen, die im Sichtfeld des Fahrers auftauchen, werden innerhalb von Sekundenbruchteilen aktualisiert. Erhöht sich die Drehzahl des Motors, erhält die Kontrolleinheit die Anweisung, in einen höheren Gang zu wechseln. Dieser Befehl wird ohne Zeitverlust an den Helm weitergeleitet und erscheint im Sichtfeld des Fahrers, begleitet von einem Audiosignal. Nach dem gleichen Schema werden auch Informationen verarbeitet, die der Kontrolleinheit von außen zukommen. Geht zum Beispiel die Information über einen Unfall auf der Strecke ein, wird ebenfalls ein unmittelbarer Hinweis in das Sichtfeld des Fahrers projiziert.