TPEG: Verkehrsinformationen der nächsten Generation Mehr Information

Eine einfache Zielführung ist den Nutzern von Navigationsgeräten nicht mehr genug. Verkehrs- und Reiseinformationen gehören bereits zum Standardangebot. Die technischen Grenzen des dabei eingesetzten Traffic Message Channel (TMC) sollen nun durch einen neuen Standard überwunden werden.

TPEG: Verkehrsinformationen der nächsten Generation

Eine einfache Zielführung ist den Nutzern von Navigationsgeräten nicht mehr genug. Verkehrs- und Reiseinformationen gehören bereits zum Standardangebot. Die technischen Grenzen des dabei eingesetzten Traffic Message Channel (TMC) sollen nun durch einen neuen Standard überwunden werden.

Im letzten Jahr zählten Navigationssysteme mit 4,4 Millionen verkauften elektronischen Wegweisern nach Flachbildschirmen zu den meistverkauften elektronischen Geräten in Deutschland. Beide Spitzenreiter der CE-Industrie haben noch eine Gemeinsamkeit: Rundfunkinhalte tragen maßgeblich zu ihrem Markterfolg bei. Was bei Flachbildschirmen für den TV-Empfang auf der Hand liegt, ist für Käufer von Navigationsgeräten auf den ersten Blick nicht offensichtlich. Aber immer, wenn das Navi Stauumfahrungsinformationen für die Routenführung berücksichtigt, stammen diese aus dem Traffic Message Channel (TMC) des UKW-RDS-Radios. Seit 1997 senden die Radioprogramme der ARD und später auch privater Anbieter auf diesem Weg codierte Verkehrsmeldungen. Die Navigationssysteme filtern die maschinenlesbaren Verkehrsereignisse nach Fahrtroute, Fahrtrichtung und Zielort und informieren frühzeitig den Autofahrer.

Universelles Verfahren

TMC wurde in den 1980er Jahren entwickelt, stößt aber inzwischen aufgrund zahlreicher technischer Beschränkungen an die Grenze seiner Leistungsfähigkeit – doch die Technik zur Erfassung verkehrsrelevanter Ereignisse hat sich in den letzten 20 Jahren rapide weiterentwickelt. Neue Methoden der Verkehrsdatengewinnung, wie Induktionsschleifen in den Fahrbahnen, Floating Car Data (FCD) und Fahrbahndetektoren, erlauben eine immer präzisere Abbildung des Verkehrsaufkommens – sogar im innerstädtischen Bereich. Darüber hinaus können künftig neu hinzugekommene Mobilitätsangebote, wie beispielsweise Park-and-Ride-Tipps zu Parkräumen und aktuelle Fahrpläne von Transportmitteln des Nah- und Fernverkehrs, die Verkehrsräume stärker entlasten. Damit diese Informationen auch viele Verkehrsteilnehmer erreichen, arbeiten Experten seit einigen Jahren an einem geeigneten Transportformat.

Das Ergebnis heißt TPEG. Diese Abkürzung lehnt sich an den bekannten Begriffen der Medientechnik JPEG und MPEG an und steht für das Format der „Transport Protocol Experts Group“. Das neue Verfahren transportiert Verkehrsund Reiseinformationen als Datenspur in einem digitalen Übertragungssystem. Dafür eignen sich Rundfunksysteme wie digitales Radio (DAB), Digitalfernsehen (DVB) oder auch das mobile Internet. Damit unterliegt TPEG nicht den Beschränkungen wie TMC, welches ausschließlich für den schmalen Übertragungskanal in RDS-UKW konzipiert wurde. TPEG ist in der Lage, die Meldungen universell im Empfänger zu präsentieren: in Form von Texten, als Symbol in einem Navigationssystem oder in synthetischer Sprache. Im Gegensatz zu TMC überträgt TPEG aber nicht nur Informationen zu den Straßen. Auch Daten zu Parkhäusern, dem Bus-, Schienen- und Flugverkehr sowie Wetterinformationen können gesendet werden. Die Tabelle zeigt Beispiele für unterschiedliche Mobilitätsinformationen bei TPEG.