Opel Konnektivität im Fahrzeug

Bei der Konnektivität im Fahrzeug sind Randbedingungen wie die Ablenkung des Fahrers, die Sicherstellung der Interoperabilität zwischen CE-Geräten und dem Fahrzeug sowie die App-Auswahl für den Kontext Auto zu berücksichtigen. Aus der Sicht von Opel wird sich das App-Framework wegen seiner größeren Flexibilität im Vergleich zur Hybrid-App durchsetzen.

Automobilindustrie und Consumer-Electronics- (CE-) Industrie unterscheiden sich hinsichtlich des Produktlebenszyklus und des Kundenerlebnisses gravierend. Hybrid-Apps und Browser-basierte Apps ermöglichen dem OEM eine Annäherung an die vergleichsweise sehr kurzen Lebenszyklen der CE. Insbesondere für das durch die CE-Welt geprägte Kundenerlebnis ist die Bereitstellung einer entsprechenden Backend-Infrastruktur ein wichtiger Aspekt, der den OEM zum IT-Dienstleister werden lässt.

Neben den technischen Themen stellt sich die Frage nach den konkreten Kundenbedürfnissen hinsichtlich Apps im Umfeld Fahrzeug. Aufschluss darüber geben Ergebnisse aus Opel-eigenen Kundenbefragungen.

Konnektivität im Auto

In der Kundenwelt Auto bedeutet Konnektivität die Verfügbarkeit aller Dienste, steuerbar mit den durch das Fahrzeug zur Verfügung gestellten Elementen wie Display, Mi­kro­fon und Schalter. Gleichzeitig wird das Fahrzeug so auch zu einem weiteren Gerät oder zu einer weiteren Datenquelle in der digitalen Welt des Kunden. Kurz gesagt: „Bring my digital life into my vehicle; bring my vehicle into my digital life!“

Nahtlos soll diese Konnektivität sein, nicht nur im Sinne der reinen Verfügbarkeit, dazu würde das Smartphone in der Hosentasche ausreichen, sondern auch nahtlos im Kontext Fahren eines Autos. Stichworte wie Prioritäten-Handling, Ablenkung und HMI erfordern andere Vorgehensweisen, als es für ein Tablet oder ein Smartphone der Fall ist. Die Konzentration auf das Fahren in der dynamischen und durchaus gefährlichen Umgebung des Straßenverkehrs ist für den Fahrer nach wie vor die primäre Aufgabe.

Risiko Fahrerablenkung

Die Ablenkung des Fahrers ist als kritisches Thema bei der Einführung von Konnektivität im Fahrzeug erkannt. „Always on“ mit seinem hohen Ablenkungspotenzial für den Fahrer kann und darf hier zur Sicherheit des Kunden nicht die Lösung sein.

Eine in das Fahrzeug integrierte Sprachsteuerung, wie die im Opel Adam realisierte Siri-Eyes-Free-Lösung, ermöglicht eine starke Entlastung des Fahrers. Siri wird über einen Lenkradschalter aktiviert, das Sprachsignal wird über das Fahrzeugmikrofon dem Smartphone bereitgestellt und in Aktionen umgesetzt. SMS können diktiert oder vorgelesen, Telefonate begonnen und beendet, Musiktitel ausgewählt werden. Das alles funktioniert, ohne einen weiteren Schalter zu betätigen oder auf ein Display schauen zu müssen. So bleiben die Augen auf die Straße gerichtet und die Hände am Lenkrad.

Interoperabilität sicherstellen

Nahtlose Konnektivität nutzt häufig als zentrales Element ein Smartphone. Dies ist zwar sehr weit verbreitet, stellt jedoch gleichzeitig eine Schwachstelle dar. Die Entwicklungszyklen der CE sind deutlich kürzer als die im Fahrzeugbau. Rund 150 Software Releases eines Smartphone-Herstellers pro Jahr in Europa sprechen für sich. Die Folge ist eine schnelle Zunahme von Problemen bei der Interoperabilität zwischen Infotainment-System und dem Smartphone.

Dem kann nur durch geänderte und erweiterte Kooperationen mit den Smartphone-Herstellern begegnet werden. Diesen Weg verfolgt Opel. Konkret heißt das, den Austausch von Entwicklungsmustern der Smartphones und der Infotainment-Systeme in einer frühen Entwicklungsphase zuzulassen und ein frühzeitiges Erkennen von aufkommenden Inkompatibilitäten zu ermöglichen. Etliche Schwierigkeiten lassen sich mit geringem Aufwand durch den Handyhersteller in dessen Software-Code zuverlässig und zukunftssicher beheben. Trotz aller Bemühungen wird der OEM weiterhin auf die Entwicklungen im CE-Bereich bei verkürzten Reaktionszeiten nur reagieren können.

Ein anderer Ansatz ist die Integration von Telematik-Einheiten. Diese haben Zugang zu Fahrzeugdaten und gleichzeitig stellen sie die Verbindung aus dem Auto über die Mobilfunknetze zu den Services des Kunden sicher. Diese Einheiten haben den Vorteil, unter der Kontrolle des OEM zu sein, und können somit passend zur Infotainment-Architektur ausgelegt werden. Im GM-Konzern ist OnStar ein solches System, das auf mehreren Märkten seit vielen Jahren angeboten wird. Eine Verschmelzung des Telematik- und Infotainment-Systems lässt das Fahrzeug zu einem weiteren vernetzten Endgerät werden. Das umso umfassender, je mehr Informationen aus der digitalen Kundenwelt zugreifbar in der Cloud liegen.