Design moderner Systeme Individuell und anpassungsfähig

Das digitale Cockpit lässt sich individuell an die Fahrerwünsche anpassen.
Das digitale Cockpit lässt sich individuell an die Fahrerwünsche anpassen.

Die Zukunft des Automobils wird hauptsächlich den Fahrzeuginnenraum massiv verändern. Neue Systeme ermöglichen nahtlos vernetzte Funktionen – sowohl für den beruflichen als auch den privaten Alltag. Eine zusätzliche Personalisierung berücksichtigt dabei noch individuelle Wünsche und Bedürfnisse.

Ein Highlight vieler Fahrzeuge der Mittel- und Oberklasse des Modelljahrs 2018 sind die jeweiligen Infotainmentsysteme. Die aktuelle Systemgeneration zeigt in ihrer Gesamtheit die bereits heute realisierbaren, vielfältigen Gestaltungsmöglichkeiten im Fahrzeuginnenraum und gibt einen Ausblick in die Design- und Konstruktionssprache auf dem Weg zu den autonomeren und noch individuelleren Erlebnissen in den künftigen Automobilen.

Zu den Innovationen der Multimediasysteme gehört eine neue, intuitive User-Experience jenseits der bisherigen »Smartphone«-Möglichkeiten, durch den Einsatz von Techniken aus dem Consumer-Electronics-Bereich. Die Systeme sind lern- und anpassungsfähig und ermöglichen eine auf unterschiedliche Fahrer oder Mitfahrer zugeschnittene Personalisierung. Gleichzeitig sind sie durch ihre offenen, flexiblen und skalierbaren Strukturen sowie die digitale Vernetzung – inklusive möglicher »Over-the-Air«-Updates – die Basis zukünftiger Entwicklungen in Bezug auf die automobile Mobilität.

Neues Ökosystem

Das Auto der Zukunft wird keine rein technische Maschine darstellen, sondern primär ein Erlebnis für die Sinne bieten. Die neue Generation von Infotainmentsystemen verändert hierbei, angepasst an die jeweiligen Lebensstile der Insassen, das Auto vom Transportmittel zum Lifestyle-Partner und digitalen Assistenten. Hierfür ist ein neues Ökosystem erforderlich, das den Fahrzeuginnenraum und das korrespondierende Fahrerlebnis zukünftig ebenso verändern wird, wie Apps das Mobiltelefon verändert haben.

Die entsprechenden Ausstattungsmerkmale werden dabei in Zukunft zunehmend in allen Fahrzeugklassen verfügbar sein. Das bedingt eine entsprechende Plattform, die sich skalierbar an jedes denkbare Fahrzeug anpassen kann. Nur so wird gewährleistet, dass ein Hersteller seine Markenpositionierung und Ausstattungsmerkmale über alle Modellreihen hinweg konstant anbieten kann.

Harman hat hierzu eine Plattform entwickelt, die das bisherige Infotainmentsystem sowie Bordinstrumente, Bedienelemente und vernetzte Fahrerassistenzsysteme in einem einzigen Hard- und Software-Paket vereint. Dadurch können Automobilhersteller ihren Kunden ein einfach und intuitiv bedienbares, integriertes Cockpit anbieten, das unterschiedlich umfangreich ausgestattet werden kann, aber für dieselben Anforderungen jeweils gleiche Komponenten verwendet.

Produkte wie die digitale Cockpit-Plattform verknüpfen das Armaturenbrett mittels Sprache, haptischem Feedback, physischen Knöpfen und Lenkrad-Bedienelementen nahtlos mit der Mittelkonsole und integrieren so alle wichtigen Fahrzeuginformationen und -funktionen in einer zentralen Computer-Platform. Das digitale Cockpit unterstützt dabei einen multimodalen Ansatz für die Interaktion mit verschiedenen Mensch-Maschine-Schnittstellen, um eine möglichst individuelle Anpassung der Einstellungen zu ermöglichen. Der Fahrer kann sich daher auf die Straße konzentrieren und gleichzeitig sicher – etwa per Sprach- oder Gestensteuerung – mit seiner In-Car-Technik interagieren.

Intuitives ganzheitliches Bedienkonzept

Zukünftige Infotainmentsysteme stellen den Menschen und dessen persönliche Bedürfnisse sowie Anforderungen in den Mittelpunkt und sollen jede Fahrt komfortabler und einfacher machen. In naher Zukunft wird es dann auch möglich sein, hierzu intuitive Bedienungsmöglichkeiten mit intelligenter und lernfähiger Software auf Basis künstlicher Intelligenz (KI) zu kombinieren. Zu solchen Multimedia-Produkten zählen dann neben der Bedien-Hardware beispielsweise auch zusätzliche Ausstattungsmerkmale wie Augmented-Reality-Navigation, Darstellung der Informationen in einem Head-Up-Display oder KI-gesteuerte sowie personalisierte Anwenderprofile für Licht-, Audio- oder die Sitzeinstellungen.

Aufgrund des hohen und vielschichtigen Grads an Interaktion zwischen Fahrer und Insassen erfordert die Bedienung künftiger Fahrzeuggenerationen stets einen ganzheitlichen Entwicklungsansatz, der verschiedene Touch-Konzepte mit Sprach- und Gesteneingabe kombiniert und so den Anforderungen der digitalisierten Welt gerecht wird. Das Bedienkonzept künftiger digitaler Cockpits umfasst daher unterschiedliche Ebenen mit ansteigender Informationsdichte. Die Verständlichkeit der Bedienung wird dabei durch eine intuitive Struktur und hochauflösende Grafiken, mittels eines auf den Automobilsektor zugeschnittenen modernen QLED/OLED-Display-Layouts, unterstützt.
In den neuesten Fahrzeugen mit Harman-Informationssystemen sind beispielsweise drei Informationsebenen vorhanden:

  • Auf der ersten Ebene werden neben frei wählbaren Hauptapplikationen wie Telefon, Navigation oder Audio aktuelle Informationen wie die Ankunftszeit oder der gerade abgespielte Song angezeigt.
  • Nach einem Bedienschritt gelangt man in die zweite Ebene, in der jeweils eine der Hauptapplikationen detailliert angezeigt und bedient wird.
  • Die Untermenüs der jeweiligen Hauptapplikation bilden dann die dritte Ebene, in der sich selten genutzte Informationen und Einstellungen befinden.

Gleichzeitig ermöglicht die Bildschirmanzeige jederzeit im Vollbildmodus eine große Darstellung der Inhalte, wie beispielsweise für die Navigation.
Derartige Infotainmentsysteme erlauben es dem Benutzer, Fahrzeugfunktionen nahezu spielerisch und intuitiv zu bedienen. Aus den Konstruktionsdaten gerenderte und animierte 3D-Darstellungen des Fahrzeugs auf dem Bildschirm lassen sich so in Echtzeit drehen und vergrößern. Eine Fingerberührung des 3D-Modells passt die Einstellungen an – die neue Ansicht wird unmittelbar visualisiert.

Modernes Infotainment versteht mündliche Anweisungen

Herkömmliche Sprachbedienungen in Fahrzeugen erfordern in der Regel noch eindeutig definierte Befehle. Zu den Ausstattungsmerkmalen moderner Infotainmentsysteme zählt durch den Einsatz gängiger Sprachassistenten wie etwa Microsoft Cortana, Amazon Alexa, IBM Watson oder Bixby von Samsung jedoch die Fähigkeit zum natürlichen Sprachverstehen. Die Spracherkennung wird hierbei mit spezifischen Schlüsselwörtern oder per Tastendruck am Lenkrad aktiviert und zur Steuerung von Navigationssystem, Telefonaten, Musik, Text- und Sprachnachrichten, Klimaanlage, Temperatur oder Beleuchtung sowie von Online-Diensten eingesetzt. Das Besondere an der neuen Technik ist, dass sie auf nahezu jedes Wort des modernen Sprachgebrauchs reagiert und demnach fast alle Sätze aus den Infotainmentbereichen sowie der Fahrzeugbedienung erkennt und umsetzen kann. Beispielsweise wird »Scheint die Sonne morgen in Karlsbad?« ebenso verstanden und mit einem Wetterupdate beantwortet, wie »Brauche ich morgen eine Sonnenbrille in Karlsbad?«.

So muss sich der Mensch nicht mehr der Maschine anpassen, sondern das Fahrzeug passt sich entsprechend an. Zugleich ist die Sprachbedienung lernfähig. Systeme der neuen Generation stellen sich auf den Benutzer und seine Stimme ein und lernen neue Modebegriffe oder passen sich einem geänderten Sprachgebrauch an. Darüber hinaus generieren sie keine stereotypen Ansagen mehr, sondern variieren ihre Antworten und Reaktionen.
Moderne IT-Strukturen bereinigen die Spracheingaben bei grundsätzlichen Funktionsweisen des Sprachassistenten von Nebengeräuschen, komprimieren und übermitteln sie. Die Konnektivität und Vernetzung mit bis zu 5G erlauben in Zukunft bei der Dialogbearbeitung neue Maßstäbe hinsichtlich Qualität des Inhalts und der Mensch-Maschine-Interaktion. Sowohl die Recheneinheit im Fahrzeug, als auch der cloudbasierte Server werten die eingehenden Daten separat aus und senden anschließend eine entsprechende Antwort zurück. Das Infotainmentsystem entscheidet daraufhin, welche Rückmeldung die wahrscheinlichere ist und wählt die bestmögliche Antwort beziehungsweise Reaktion aus. Durch die parallele Dialogstruktur können Infotainmentsysteme künftig unabhängig der Online-Verbindung reagieren.