Gateway lässt Fahrzeuginsassen freie Hand

Die Integration mobiler Produkte der Konsumelektronik-Branche in eine vergleichsweise starre Fahrzeugumgebung ist aufgrund unterschiedlicher Entwicklungszeiten und Lebenszyklen immer eine Herausforderung. Abhilfe schafft hier ein neues Gateway, mit dem Automobilhersteller beide Welten bequem miteinander verbinden können.

Die Integration mobiler Produkte der Konsumelektronik-Branche in eine vergleichsweise starre Fahrzeugumgebung ist aufgrund unterschiedlicher Entwicklungszeiten und Lebenszyklen immer eine Herausforderung. Abhilfe schafft hier ein neues Gateway, mit dem Automobilhersteller beide Welten bequem miteinander verbinden können.

Dedizierte Arbeitsgruppen der Bluetooth Special Interest Group haben spezielle Anforderungen für einen Bluetooth-Betrieb im Fahrzeug zusammengestellt und darauf aufbauend den Standard mit neuen Profilen erweitert. Diese Anforderungen sind beispielsweise Freisprechbetrieb, Rufnummernübermittlung, Zugriff auf Telefonbuch-Funktionen oder Musik-Auswahl. Damit können zum Beispiel bluetoothfähige Mobiltelefone mit anderen im Fahrzeug verbauten Komponenten über die drahtlose Schnittstelle kommunizieren und sowohl Gesprächsdaten senden und empfangen als auch Zusatzinformationen austauschen. Bei Musik-Anwendungen, zum Beispiel iPod, sind solche Zusatzinformationen Titellisten, Sänger, Musikgenre oder Albumnamen.

Das Mobile Device Gateway (MDG)

Johnson Controls hatte bereits zur Internationalen Automobilausstellung IAA im letzten Jahr die erste Generation eines Steuergeräts vorgestellt, das unter anderem mit einem Bluetooth-Interface ausgestattet ist. Bei dem patentierten Mobile Device Gateway handelt es sich um ein Steuergerät, das die Kommunikation und den Informationsaustausch zwischen mobilen Geräten aus der Consumer-Industrie wie Mobiltelefonen, MP3-Playern oder USB-Speichermedien und den Fahrzeugkomponenten organisiert und damit für die Insassen komfortabel nutzbar macht.

Dazu werden die mobilen Geräte über das Gateway mit bereits im Fahrzeug vorhandenen Ein- und Ausgabegeräten verbunden. Als Mobilgeräte-Schnittstelle bietet das Gateway wahlweise das Bluetooth-Protokoll oder USB an. Auf der Fahrzeugseite greift das Gateway auf automobilspezifische Busse wie CAN, LIN oder MOST zu und steuert so die jeweils notwendigen Funktionsaufrufe der bereits vorhandenen Audio-Geräte, routet Audio-Wege auf Mikrofone und Autolautsprecher oder signalisiert Informationen auf den Instrumentendisplays des Fahrzeugs.

Darüber hinaus hat die Bluetooth SIG Spezifikationen für Zusatzinformationen definiert. Das Mobile Device Gateway der neuen Generation hat die damit möglichen zusätzlichen Funktionen bereits implementiert: Aus diesem Grund ist für den Endkonsumenten nicht nur das Audio-Signal hörbar. Dem Fahrer können auch Statusinformationen des mobilen Consumer-Gerätes angezeigt werden. So sind Batteriezustand und Empfangsstärke des Funksignals eines Mobiltelefons im Fahrzeugdisplay darstellbar oder Zusatzinformationen zu den im MP3-Spieler laufenden Titeln (so genannte ID3-Tags). Auf diese Weise hat der Nutzer Zugriff auf alle wichtigen (Zusatz-)Information der gespeicherten Daten. Digitale Daten können zukünftig aber auch die Routen-Informationen eines tragbaren Navigationsgeräts sein, die nun im Fahrzeug-Display angezeigt werden. Die Bedienung wird auch hier über Spracheingabe erfolgen.

Die für das Mobile Device Gateway verwendeten Profile sind

  • Hands-Free Profile (HFP),
  • Advanced Audio Distribution Profile (A2DP),
  • Audio/Video Remote Control Profile (AVRCP).

Das Hands-Free Profile (HFP) wird benötigt, um Telefongespräche zu initiieren oder anzunehmen. Dabei fungiert das Mobiltelefon als so genanntes Audio Gateway (AG). Die im Fahrzeug verbaute Komponente ist das Hands-Free Gateway (HG), welches fahrzeugeigene Lautsprecher und das Mikrofon freischaltet.