Texas Instruments Audio- und Videosignale an LCD-Touchscreens übertragen

FPD-Link-III-Automotive-Chipsatz von Texas Instruments.
FPD-Link-III-Automotive-Chipsatz von Texas Instruments.

Ob für Displays in der Mittelkonsole oder an den Fondsitzplätzen: Ein neuer Chipsatz aus Serializer und Deserializer überträgt HD-Videos mit besonders geringer EMI-Ausstrahlung.

Texas Instruments (TI) hat seine Automotive-taugliche FPD-Link-III-SerDes-Familie erweitert: Der Serializer DS90UH927Q-Q1 und der Deserializer DS90UH928Q-Q1 eignen sich für die Übertragung unkomprimierter HD-Video- und Audiosignale an LCD-Touchscreens. Der DS90UH928Q-Q1 ist laut TI der einzige Deserializer der Industrie mit automatischer Kabel-Entzerrung, 24-Bit-Farb-Dithering und Weißabgleich über eine LVDS-Verbindung.

Der Chipsatz unterstützt die HDCP-Technik (High-bandwidth Digital Content Protection) und den direkten Anschluss an LVDS-Eingangsquellen und -Displays unter Einschluss des OpenLDI-Standards (LVDS Digital Interface). Dies verringert die Zahl der benötigten Signalleitungen um 68 % und verleiht ihnen eine differenzielle Charakteristik, um das EMI-Aufkommen zu minimieren. Die FPD-Link-Familie bietet Systemarchitekten eine Auswahl unter einer großen Zahl von Videoquellen und Displays, die sich direkt an das Video-Bordnetz des betreffenden Fahrzeugs anschließen lassen.

Die Bausteine ermöglichen eine Tablet-ähnliche Nutzererfahrung mit großem Farbreichtum und 720p Auflösung. Ein Pixeltakt zwischen 5 MHz und 85 MHz sowie eine Farbtiefe von 24 Bit pro Pixel schaffen zusammen mit dem chipintegrierten Weißabgleich, dem Dithering mit hoher Framerate und der Unterstützung für 7.1-Audio die Voraussetzungen für eine hochwertige Bild- und Tonwiedergabe. Dithering und Weißabgleich mit HD-Auflösung wirken darüber hinaus kostensenkend, da sie die Verwendung von günstigeren LCD-Panels  ermöglichen.

Ein adaptiver Kabel-Entzerrer kompensiert Kabelverluste: Der DS90UB928Q-Q1 passt sich automatisch an die Länge sowie den Zustand beziehungsweise das Alter des verwendeten Kabels an. Damit wird der bei ausklappbaren Displays häufig zu beobachtende Verschleiß des Kabels kompensiert. Außerdem müssen die Hersteller weniger Versionen ihrer LCD-Panels auf Lager haben.

Bei Videos mit Content Protection werden die digitalen Video- und Audiosignale mithilfe des Schnittstellenprotokolls HDCP zusammen mit bidirektionalen I2C-Steuersignalen über ein einziges Twisted-Pair-Kabel übertragen. Das Systemdesign wird einfacher, da das HDCP-Protokoll sowie die Schlüssel für Chiffrierung und Dechiffrierung im chipinternen Speicher des SerDes implementiert sind. Außerdem entfallen hierdurch die Kosten für Mikrocontroller und FPGAs, die bei paketbasierten, komprimierten Videosystemen mit Ethernet-Schnittstelle entstehen.

Der Serializer DS90UH927Q-Q1 und der Deserializer DS90UH928Q-Q1 sind umgehend verfügbar und kosten je 9,75 US-Dollar (ab 1.000 Stück). Während der DS90UH927Q-Q1 ein  6 x 6 mm großes QFN-40-Gehäuse besitzt, wird der DS90UH928Q-Q1 in einem QFN-Gehäuse mit 48 Pins und Maßen von 7 x 7 mm angeboten. Für die Evaluierung beider Bausteine sind entsprechende Evaluation-Module (EVMs) umgehend lieferbar. Der empfohlene Verkaufspreis für das DS90UH927QEVM und das DS90UH928QEVM beträgt jeweils 299,- US-Dollar.