Bosch Apps jetzt auch fürs Auto

Ein neues Infotainment-System von Bosch arbeitet erstmals mit einem Open-Source-Betriebssystem auf Linux-Basis. Damit lässt sich die für General Motors entwickelte Head Unit wie ein Smartphone oder Tablet-PC durch Zusatzprogramme (Apps) erweitern.

Wo die Automobilindustrie auf lange Produktlebensdauer und höchste Sicherheit setzt, sind in der schnelllebigen Multimedia-Welt kurze Innovationszyklen und ständige Aktualisierungen gefragt. Bosch will nun mit einer neuen Head Unit eine Verbindung zwischen diesen ganz unterschiedlichen Welten schaffen. Gemeinsam mit General Motors hat das schwäbische Unternehmen eine neue Basis für automobile Infotainment-Systeme zur Serienreife gebracht. Das „Cadillac User Experience (CUE)“ genannte System vereint unterschiedlichste Funktionen für Audio, Video, Navigation, Kommunikation sowie automobile Komforttechniken. Anders als bisherige Head Units arbeitet CUE mit einem Open-Source-Betriebssystem, und zwar mit einer mobilen Linux-Software-Plattform. Diese hat den großen Vorteil, dass sie sich fast beliebig um Funktionen erweitern lässt – auch nachträglich.

Mit entsprechenden Apps kann der Autofahrer also künftig viele Bedienfunktionen seines Fahrzeugs individuell anpassen und nach seinen Bedürfnissen ergänzen. Darüber hinaus lässt sich ein Infotainment-System auf Linux-Basis besonders einfach aktualisieren und selbst bei Gebrauchtwagen auf dem jeweils neuesten Stand halten. Auch für den Automobilhersteller ergeben sich neue Freiräume: So kann er noch unmittelbar vor Auslieferung problemlos letzte Software-Updates durchführen, um etwa auf spezifische Kundenwünsche einzugehen oder aktuelle Verbesserungen einzuspielen. Aus Sicherheitsgründen sind bei dem CUE-System die Architekturen für Fahrzeugelektronik und Entertainment-Funktionen vollständig getrennt, damit die neue Flexibilität nicht zum Risiko wird.

Mit der von Bosch und GM entwickelte Head Unit werden zurzeit die Cadillac-Modelle XTS, SRX und ATS des Modelljahres 2013 auf dem nordamerikanischen Markt ausgestattet. Weitere Modelle sollen folgen. Welche Apps im Einzelnen verfügbar sein werden, steht zurzeit noch nicht fest.